Medizin-Lexikon: T

T-Zellen

Weiße Blutkörperchen (Lymphozyten), die infizierte oder entartete Zellen erkennen und abtöten oder die Immunantwort steuern.

Siehe auch: Immunsystem

Tachykardie

Zu schneller Herzschlag mit mehr als 100 Schlägen pro Minute in Ruhe.

Siehe auch: Bradykardie, Arrhythmie

Telomere

Schutzkappen an den Enden der Chromosomen, die bei jeder Zellteilung etwas kürzer werden. Sie gelten als ein Marker der zellulären Alterung.

Tennisarm

Epicondylitis: Überlastungsreizung der Sehnenansätze am äußeren Ellenbogen.

Testosteron

Wichtigstes männliches Geschlechtshormon, das in geringer Menge auch bei Frauen vorkommt. Es fördert Muskelaufbau, Libido und Knochendichte.

Tetanus

Wundstarrkrampf: lebensgefährliche Erkrankung durch ein Bakteriengift aus verunreinigten Wunden, das schwere Muskelkrämpfe auslöst. Die Impfung sollte alle zehn Jahre aufgefrischt werden.

Therapie

Behandlung einer Krankheit oder Verletzung, z. B. mit Medikamenten, Operation, Physiotherapie oder Psychotherapie.

Thrombose

Bildung eines Blutgerinnsels in einem Blutgefäß, meist in den tiefen Beinvenen. Typisch sind Schwellung, Schmerz und Spannungsgefühl; Gefahr einer Lungenembolie.

Thrombozyten

Blutplättchen: kleine Blutzellen, die bei Verletzungen die Blutgerinnung einleiten.

Siehe auch: Blutgerinnung

Tinnitus

Ohrgeräusch wie Pfeifen, Rauschen oder Brummen, das ohne äußere Schallquelle wahrgenommen wird.

Tonsillitis

Mandelentzündung mit Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und geschwollenen Gaumenmandeln.

Transfusion

Übertragung von Blut oder Blutbestandteilen eines Spenders, z. B. nach großem Blutverlust.

Siehe auch: Blutgruppe

Triglyzeride

Neutralfette im Blut, die als Energiespeicher dienen. Hohe Werte erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bauchspeicheldrüsenentzündung.

Siehe auch: Cholesterin

TSH

Thyreoidea-stimulierendes Hormon aus der Hirnanhangsdrüse; wichtigster Laborwert zur Kontrolle der Schilddrüsenfunktion. Erhöhte Werte deuten auf eine Unter-, niedrige auf eine Überfunktion hin.

Siehe auch: Schilddrüse, Hypothyreose

Tuberkulose

Bakterielle Infektionskrankheit, die meist die Lunge befällt, mit lang anhaltendem Husten, Nachtschweiß und Gewichtsverlust. Sie wird über mehrere Monate mit einer Kombination von Antibiotika behandelt.

Tumor

Geschwulst: Gewebevermehrung, die gutartig (benigne) oder bösartig (maligne) sein kann.

Tumormarker

Stoffe im Blut, die bei bestimmten Krebsarten erhöht sein können. Sie dienen vor allem der Verlaufskontrolle, weniger der Früherkennung.

Talgdrüsen

Hautdrüsen an den Haarfollikeln, die einen fettigen Film (Talg) bilden und die Haut geschmeidig halten.

Siehe auch: Akne

TAVI

Kathetergestützter Ersatz der Aortenklappe über eine Arterie, ohne den Brustkorb zu öffnen.

Siehe auch: Aortenstenose

Telemedizin

Medizinische Versorgung über räumliche Distanz, z. B. Videosprechstunde oder Fernbefundung von Bildern.

Thromboseprophylaxe

Maßnahmen gegen Blutgerinnsel, etwa nach Operationen: frühe Bewegung, Kompressionsstrümpfe und Heparinspritzen.

Siehe auch: Thrombose, Heparin

Thymus

Organ hinter dem Brustbein, in dem T-Zellen heranreifen; es bildet sich nach der Pubertät weitgehend zurück.

Siehe auch: T-Zellen

Tirzepatid

Wirkstoff, der die Rezeptoren zweier Darmhormone (GIP und GLP-1) aktiviert; zugelassen bei Typ-2-Diabetes und Adipositas.

Siehe auch: GLP-1-Rezeptoragonist

Transitorische ischämische Attacke (TIA)

Vorübergehende Durchblutungsstörung des Gehirns mit Schlaganfallzeichen, die innerhalb kurzer Zeit verschwinden – ein ernstes Warnsignal.

Siehe auch: Schlaganfall

Trisomie 21

Down-Syndrom: angeborene Chromosomenbesonderheit, bei der das Chromosom 21 dreifach statt zweifach vorliegt.

Siehe auch: Chromosom

Trockenes Auge

Benetzungsstörung der Augenoberfläche mit Brennen, Fremdkörpergefühl und Rötung.

Trommelfell

Dünne Membran zwischen Gehörgang und Mittelohr, die Schallwellen auf die Gehörknöchelchen überträgt.

Siehe auch: Otitis media

Troponin

Eiweiß aus dem Herzmuskel, das bei einem Herzinfarkt ins Blut übertritt; wichtigster Laborwert zur Infarktdiagnose.

Siehe auch: Herzinfarkt

Tumorboard

Konferenz, in der Fachleute verschiedener Disziplinen gemeinsam die Behandlung von Krebspatienten planen.

Typ-1-Diabetes

Autoimmunerkrankung, bei der die insulinbildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört werden; Betroffene sind lebenslang auf Insulin angewiesen.

Siehe auch: Diabetes mellitus, Insulin

Typ-2-Diabetes

Häufigste Diabetesform, bei der Insulin nicht ausreichend wirkt; Übergewicht und Bewegungsmangel sind wichtige Risikofaktoren.

Siehe auch: Diabetes mellitus, Insulinresistenz

Taillenumfang

Einfaches Maß für Bauchfett; erhöhte Risiken bestehen ab etwa 88 cm bei Frauen und 102 cm bei Männern.

Siehe auch: Viszerales Fett

Tattooentfernung

Entfernung von Tätowierungen, meist mit speziellen Lasern in mehreren Sitzungen.

Siehe auch: Lasertherapie

Teerstuhl

Schwarzer, glänzender Stuhl durch Blutungen im oberen Verdauungstrakt, etwa aus einem Magengeschwür; muss rasch abgeklärt werden.

Siehe auch: Magengeschwür

Teleangiektasien

Sichtbar erweiterte feine Hautgefäße, z. B. als Besenreiser an den Beinen oder Äderchen im Gesicht.

Siehe auch: Sklerotherapie, Rosazea

Telomerase

Enzym, das Telomere verlängern kann; es ist in Stammzellen und vielen Krebszellen aktiv.

Siehe auch: Telomere

Tendinitis

Sehnenentzündung durch Überlastung, z. B. an Achillessehne oder Schulter.

Siehe auch: Sehne

Thrombophlebitis

Entzündung einer oberflächlichen Vene mit schmerzhaftem, gerötetem Strang.

Siehe auch: Thrombose

Thrombozytopenie

Mangel an Blutplättchen mit erhöhter Blutungsneigung, z. B. Nasenbluten oder punktförmige Hautblutungen.

Siehe auch: Thrombozyten

Tollwut

Fast immer tödliche Virusinfektion des Nervensystems, übertragen durch Bisse infizierter Tiere; nach einem Biss sofort ärztlich impfen lassen.

Tourette-Syndrom

Neurologische Störung mit wiederholten, unwillkürlichen Bewegungen und Lauten (Tics), beginnend in der Kindheit.

Tramadol

Schwach wirksames Opioid gegen mittelstarke Schmerzen; häufige Nebenwirkungen sind Übelkeit und Schwindel.

Siehe auch: Opioide

Tränenrinne

Vertiefung zwischen Unterlid und Wange, die müde wirken kann; Behandlung z. B. mit Fillern oder Eigenfett.

Siehe auch: Filler, Lipofilling

Tranexamsäure

Wirkstoff, der die Auflösung von Blutgerinnseln hemmt; eingesetzt bei Blutungen und in der Dermatologie auch gegen Melasma.

Siehe auch: Melasma

Tremor

Zittern: unwillkürliche, rhythmische Bewegung von Körperteilen, z. B. beim essenziellen Tremor oder bei Parkinson.

Siehe auch: Parkinson-Krankheit

Takotsubo-Kardiomyopathie

Broken-Heart-Syndrom: plötzliche Herzschwäche nach starkem Stress, die einem Herzinfarkt ähnelt und sich meist zurückbildet.

Siehe auch: Kardiomyopathie, Stress

Tamoxifen

Antihormon, das die Wirkung von Östrogen an Brustkrebszellen blockiert.

Siehe auch: Brustkrebs, Östrogen

Thalassämie

Erbliche Blutkrankheit mit gestörter Bildung des roten Blutfarbstoffs; häufig in Mittelmeerländern und Asien.

Siehe auch: Hämoglobin, Anämie

Thrombophilie

Angeborene oder erworbene Neigung zu Blutgerinnseln, z. B. bei Faktor-V-Leiden.

Siehe auch: Thrombose, Faktor-V-Leiden

Tiefe Hirnstimulation

Implantierte Elektroden, die bestimmte Hirnregionen elektrisch stimulieren, z. B. bei Parkinson.

Siehe auch: Parkinson-Krankheit, Tremor

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

Psychotherapieverfahren, das aktuelle Konflikte vor dem Hintergrund früherer Erfahrungen bearbeitet; Kassenleistung in Deutschland.

Siehe auch: Psychotherapie

Tierversuch

Wissenschaftliches Experiment an Tieren; Ergebnisse lassen sich nicht immer auf den Menschen übertragen.

Siehe auch: Klinische Studie

Tinea

Hautpilzinfektion, die je nach Körperstelle verschiedene Namen trägt; typisch sind ringförmige, schuppende Rötungen.

Siehe auch: Fußpilz, Antimykotikum

Tonsillektomie

Operative Entfernung der Gaumenmandeln, z. B. bei häufigen Mandelentzündungen.

Siehe auch: Tonsillitis

Totimpfstoff

Impfstoff mit abgetöteten Erregern oder Erregerbestandteilen, z. B. gegen Tetanus oder Grippe.

Siehe auch: Impfung, Lebendimpfstoff

Toxoplasmose

Parasitäre Infektion über rohes Fleisch oder Katzenkot; harmlos für Gesunde, aber gefährlich bei Erstinfektion in der Schwangerschaft.

Siehe auch: Schwangerschaftsernährung

Transferrinsättigung

Anteil des Eisentransporteiweißes, der mit Eisen beladen ist; wichtig zur Beurteilung von Eisenmangel und Eisenüberladung.

Siehe auch: Ferritin, Hämochromatose

Transfette

Gehärtete Fette aus industrieller Verarbeitung, die das Herz-Kreislauf-Risiko deutlich erhöhen.

Siehe auch: Arteriosklerose

Triage

Einschätzung der Dringlichkeit, nach der Patienten in der Notaufnahme behandelt werden.

Siehe auch: Notaufnahme

Triptane

Spezielle Migränemittel, die die Attacke gezielt beenden können; sie sind nicht zur Vorbeugung gedacht.

Siehe auch: Migräne

Tumorsuppressorgen

Gen, das das Zellwachstum bremst; fällt es aus, kann Krebs entstehen, z. B. bei BRCA- oder p53-Veränderungen.

Siehe auch: Onkogen, BRCA

Tympanometrie

Messung der Beweglichkeit des Trommelfells, z. B. zum Nachweis eines Paukenergusses.

Siehe auch: Trommelfell, Paukenerguss

Typhus

Fieberhafte Salmonelleninfektion, vor allem in Ländern mit schlechter Wasserhygiene; vor Reisen ist eine Impfung möglich.

Siehe auch: Salmonellen, Reisemedizin

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