Medizin-Lexikon: B

Bakterien

Einzellige Mikroorganismen ohne Zellkern. Die meisten sind harmlos oder nützlich, etwa im Darm; einige verursachen Infektionen, die mit Antibiotika behandelt werden können.

Siehe auch: Antibiotikum, Mikrobiom

Ballaststoffe

Unverdauliche Pflanzenbestandteile, die die Verdauung fördern, lange sättigen und den Blutzuckeranstieg dämpfen. Empfohlen sind für Erwachsene mindestens 30 g pro Tag.

Bänderriss

Riss eines Bandes, meist am Außenknöchel nach Umknicken des Sprunggelenks. Die meisten Bänderrisse heilen mit Schiene und Physiotherapie ohne Operation.

Bandscheibenvorfall

Austritt von Gewebe aus dem Kern einer Bandscheibe, der auf Nervenwurzeln drücken kann. Folgen sind Rückenschmerzen, ins Bein ausstrahlende Schmerzen, Taubheit und selten Lähmungen. Die meisten Fälle bessern sich ohne Operation.

Siehe auch: Wirbelsäule

Basaliom

Basalzellkarzinom: die häufigste Form von hellem Hautkrebs. Es wächst langsam und bildet kaum Metastasen, sollte aber frühzeitig entfernt werden, da es in die Tiefe wachsen kann.

Siehe auch: UV-Strahlung, Hautkrebs-Screening

Basen-Editierung (Base Editing)

Weiterentwicklung der Genschere CRISPR, die einzelne DNA-Bausteine gezielt austauscht, ohne den DNA-Doppelstrang zu durchtrennen.

Siehe auch: CRISPR-Cas9, Gentherapie

Benigne

Gutartig. Ein benigner Tumor wächst verdrängend, aber nicht in umliegendes Gewebe hinein und bildet keine Tochtergeschwülste. Gegenbegriff: maligne.

Beta-Blocker

Medikamente, die die Wirkung von Stresshormonen am Herzen bremsen. Sie senken Puls und Blutdruck und werden bei Bluthochdruck, Herzschwäche, koronarer Herzkrankheit und Rhythmusstörungen eingesetzt.

Bilirubin

Gelber Abbaustoff des roten Blutfarbstoffs, der über Leber und Galle ausgeschieden wird. Erhöhte Werte führen zur Gelbsucht.

Siehe auch: Ikterus, Hämoglobin

Biologika

Biotechnologisch hergestellte Arzneimittel wie Antikörper oder Hormone, eingesetzt z. B. bei Rheuma, Schuppenflechte oder Neurodermitis.

Siehe auch: Monoklonale Antikörper

Biomarker

Messbare Merkmale wie Blutwerte, Gene oder Bildbefunde, die normale oder krankhafte Vorgänge oder das Ansprechen auf eine Behandlung anzeigen.

Biopsie

Entnahme einer kleinen Gewebeprobe, die unter dem Mikroskop untersucht wird (Histologie). Sie ist häufig entscheidend, um Krebs sicher festzustellen oder auszuschließen.

Bipolare Störung

Psychische Erkrankung mit Phasen von Depression und Phasen abnorm gehobener oder gereizter Stimmung (Manie). Sie wird meist mit stimmungsstabilisierenden Medikamenten und Psychotherapie behandelt.

Siehe auch: Depression

Blasenentzündung

Zystitis: Entzündung der Harnblase, meist durch Bakterien. Typisch sind Brennen beim Wasserlassen und häufiger Harndrang; Frauen sind wegen der kürzeren Harnröhre öfter betroffen.

Blepharoplastik

Lidstraffung: Operation an Ober- oder Unterlidern, bei der überschüssige Haut und gegebenenfalls Fettgewebe entfernt werden.

Blutbild

Laboruntersuchung der Blutzellen: rote und weiße Blutkörperchen, Blutplättchen und Hämoglobin. Das Differenzialblutbild unterscheidet zusätzlich die Untergruppen der weißen Blutkörperchen.

Siehe auch: Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten

Blutdruck

Druck des Blutes auf die Gefäßwände, angegeben in mmHg als oberer (systolischer) und unterer (diastolischer) Wert. Als optimal gelten Werte unter 120/80 mmHg.

Blutgerinnung

Prozess, bei dem Blutplättchen und Gerinnungsfaktoren eine verletzte Gefäßwand abdichten. Wichtige Laborwerte sind Quick/INR und PTT.

Siehe auch: Thrombozyten, Antikoagulation

Blutgruppe

Erblich festgelegte Merkmale auf den roten Blutkörperchen. Am wichtigsten sind das AB0-System (A, B, AB, 0) und der Rhesusfaktor; sie entscheiden über die Verträglichkeit von Bluttransfusionen.

Siehe auch: Transfusion

Blutsenkung

Laborwert (BSG), der misst, wie schnell rote Blutkörperchen in einem Röhrchen absinken. Eine beschleunigte Senkung ist ein unspezifisches Zeichen für Entzündungen.

Siehe auch: C-reaktives Protein (CRP)

Blutzucker

Konzentration von Traubenzucker (Glukose) im Blut. Nüchtern liegt sie bei Gesunden unter 100 mg/dl (5,6 mmol/l).

Siehe auch: Diabetes mellitus, HbA1c

Body-Mass-Index (BMI)

Maß für das Körpergewicht im Verhältnis zur Größe: Gewicht in kg geteilt durch Körpergröße in Metern zum Quadrat. 18,5–24,9 gilt als Normalgewicht, ab 30 spricht man von Adipositas.

Borreliose

Durch Zecken übertragene bakterielle Infektion. Häufiges erstes Zeichen ist eine ringförmige, sich ausbreitende Hautrötung (Wanderröte); später können Gelenke, Nerven oder Herz betroffen sein. Sie wird mit Antibiotika behandelt.

Siehe auch: Zecke

Botulinumtoxin

Nervengift des Bakteriums Clostridium botulinum, das in winzigen Mengen die Übertragung von Nervenimpulsen auf Muskeln blockiert. Medizinisch eingesetzt gegen Muskelkrämpfe, Migräne und übermäßiges Schwitzen, ästhetisch gegen mimische Falten.

Bradykardie

Zu langsamer Herzschlag mit weniger als 60 Schlägen pro Minute in Ruhe. Bei trainierten Sportlern ist das oft normal.

Siehe auch: Tachykardie, Herzschrittmacher

Bronchien

Verzweigte Atemwege, die von der Luftröhre in die beiden Lungenflügel führen und sich bis zu den Lungenbläschen aufteilen.

Siehe auch: Bronchitis

Bronchitis

Entzündung der Bronchien, meist durch Viren. Leitsymptom ist Husten, oft mit Auswurf. Eine chronische Bronchitis entsteht häufig durch Rauchen.

Brustkrebs

Mammakarzinom: bösartiger Tumor der Brustdrüse und die häufigste Krebserkrankung bei Frauen; selten sind auch Männer betroffen. Früh erkannt, ist er meist gut behandelbar.

Siehe auch: Mammographie

Burnout

Zustand tiefer emotionaler, körperlicher und geistiger Erschöpfung infolge anhaltender Überlastung, meist im Beruf. Kein eigenständiges Krankheitsbild, aber ein Risikofaktor z. B. für Depressionen.

Siehe auch: Depression

Bypass

Operativ angelegte Umgehung eines verengten oder verschlossenen Blutgefäßes, z. B. eine Bypass-Operation am Herzen bei koronarer Herzkrankheit.

Siehe auch: Koronare Herzkrankheit (KHK)

Bandscheibe

Knorpelige Scheibe zwischen zwei Wirbelkörpern mit gallertartigem Kern, die Stöße dämpft und die Wirbelsäule beweglich hält.

Siehe auch: Bandscheibenvorfall

Bauchfell

Peritoneum: dünne Haut, die die Bauchhöhle auskleidet und die meisten Bauchorgane überzieht. Eine Entzündung heißt Peritonitis.

Bauchspeicheldrüsenkrebs

Pankreaskarzinom: bösartiger Tumor, der oft erst spät Beschwerden verursacht und deshalb meist spät erkannt wird.

Siehe auch: Pankreas

Beipackzettel

Packungsbeilage eines Arzneimittels mit Angaben zu Anwendung, Dosierung, Gegenanzeigen und Nebenwirkungen.

Belastungs-EKG

EKG während körperlicher Belastung auf Fahrrad oder Laufband, um Durchblutungsstörungen des Herzens aufzudecken.

Siehe auch: EKG (Elektrokardiogramm)

Benzodiazepine

Beruhigungs- und Schlafmittel, die rasch wirken, aber schon nach wenigen Wochen abhängig machen können.

Bewusstlosigkeit

Zustand, in dem ein Mensch nicht ansprechbar ist und nicht reagiert. Atmet er normal, gehört er in die stabile Seitenlage; sonst sofort Wiederbelebung.

Siehe auch: Stabile Seitenlage, Reanimation

Bindegewebe

Gewebe, das Organe stützt, verbindet und umhüllt. Es besteht aus Zellen und Fasern wie Kollagen und Elastin.

Siehe auch: Kollagen

Biologisches Alter

Alter eines Menschen gemessen an körperlichen Merkmalen statt an Lebensjahren; geschätzt wird es z. B. über epigenetische Uhren.

Siehe auch: Epigenetische Uhr

Bioverfügbarkeit

Anteil eines Wirkstoffs, der unverändert in den Blutkreislauf gelangt und damit wirken kann.

Siehe auch: Pharmakokinetik

Blaue Zonen

Regionen mit auffallend vielen Hundertjährigen, z. B. Okinawa oder Sardinien. Gemeinsam sind ihnen u. a. pflanzenbetonte Ernährung, Alltagsbewegung und enge soziale Bindungen.

Siehe auch: Longevity

Blut-Hirn-Schranke

Schutzbarriere zwischen Blutgefäßen und Gehirn, die viele Stoffe und Erreger fernhält – aber auch manche Medikamente.

Blutkreislauf

System aus Herz und Gefäßen. Im Lungenkreislauf wird das Blut mit Sauerstoff beladen, im Körperkreislauf verteilt es Sauerstoff und Nährstoffe.

Siehe auch: Herz

Blutplasma

Flüssiger Anteil des Blutes ohne Blutzellen; er enthält Wasser, Eiweiße, Salze, Nährstoffe und Hormone.

Siehe auch: Albumin

BRCA

Gene (BRCA1 und BRCA2), die an der DNA-Reparatur beteiligt sind; Mutationen erhöhen das Risiko für Brust- und Eierstockkrebs deutlich.

Siehe auch: Brustkrebs

Bronchoskopie

Lungenspiegelung: Untersuchung der Atemwege mit einem dünnen Endoskop, bei der auch Gewebeproben entnommen werden können.

Siehe auch: Endoskopie

Brustverkleinerung

Mammareduktion: Operation zur Verkleinerung der Brust, oft auch aus medizinischen Gründen bei Rücken- und Nackenbeschwerden.

Bruxismus

Zähneknirschen oder -pressen, oft nachts und stressbedingt; es kann Zähne und Kiefergelenke schädigen.

Babyblues

Vorübergehende Stimmungsschwankungen und Weinerlichkeit in den ersten Tagen nach der Geburt, die von selbst abklingen.

Siehe auch: Postpartale Depression

Bakterielle Vaginose

Störung der Scheidenflora mit grau-weißlichem, fischig riechendem Ausfluss.

Bauchschmerzen

Häufiges Symptom mit Ursachen von Blähungen bis zur Blinddarmentzündung. Plötzliche, starke Schmerzen mit hartem Bauch müssen sofort abgeklärt werden.

Siehe auch: Abdomen, Appendizitis

Befund

Ergebnis einer ärztlichen Untersuchung, etwa eines Labortests oder einer Bildgebung.

Benzoylperoxid

Antibakterieller Wirkstoff gegen Akne; er kann Textilien und Haare bleichen.

Siehe auch: Akne

BIA-ALCL

Brustimplantat-assoziiertes großzelliges Lymphom: seltene Krebserkrankung, die vor allem bei Implantaten mit texturierter Oberfläche beobachtet wurde.

Siehe auch: Mammaaugmentation, Lymphom

Biohacking

Versuche, Körper und Leistungsfähigkeit durch Selbstexperimente mit Ernährung, Technik oder Nahrungsergänzung zu optimieren; viele Methoden sind wissenschaftlich nicht belegt.

Biotin

Vitamin B7, wichtig für Haut und Haare; ein Mangel ist selten. Hochdosiertes Biotin kann Laborwerte wie Schilddrüsenhormone verfälschen.

Siehe auch: Alopezie

Blasenkrebs

Harnblasenkarzinom; wichtigster Risikofaktor ist das Rauchen. Ein Warnzeichen ist schmerzlos blutiger Urin.

Siehe auch: Hämaturie

Blepharitis

Lidrandentzündung mit geröteten, verkrusteten Lidrändern.

Borderline-Persönlichkeitsstörung

Psychische Erkrankung mit starken Gefühlsschwankungen, instabilen Beziehungen und impulsivem Verhalten; gut untersuchte Psychotherapien helfen.

Siehe auch: Psychotherapie

Brustschmerz

Schmerz im Brustkorb mit vielen möglichen Ursachen, von Muskelverspannungen bis zum Herzinfarkt. Drückende Schmerzen mit Atemnot oder Kaltschweißigkeit sind ein Notfall.

Siehe auch: Herzinfarkt, Angina pectoris

Bursitis

Schleimbeutelentzündung, z. B. am Ellenbogen oder Knie, oft durch Überlastung.

Baker-Zyste

Flüssigkeitsgefüllte Ausstülpung in der Kniekehle, meist als Folge einer Kniegelenkserkrankung.

Siehe auch: Gonarthrose, Zyste

Baldrian

Pflanzliches Mittel, das traditionell bei Unruhe und Einschlafproblemen verwendet wird.

Siehe auch: Insomnie

Barrett-Ösophagus

Veränderte Schleimhaut der Speiseröhre durch langjährigen Reflux; gilt als Krebsvorstufe und wird regelmäßig kontrolliert.

Siehe auch: Reflux, Speiseröhrenkrebs

Basispflege

Regelmäßige rückfettende Hautpflege mit Emollienzien, Grundlage der Behandlung bei Neurodermitis und trockener Haut.

Siehe auch: Neurodermitis, Hautbarriere

Beatmung

Maschinelle Unterstützung oder Übernahme der Atmung, z. B. auf der Intensivstation.

Siehe auch: Intensivstation, ARDS

Becken

Knöcherner Ring aus Hüftbeinen und Kreuzbein, der die Wirbelsäule mit den Beinen verbindet und die Beckenorgane schützt.

Siehe auch: Beckenboden

Beckenboden

Schicht aus Muskeln und Bindegewebe, die den Beckenausgang verschließt und Blase, Darm und Gebärmutter stützt.

Siehe auch: Inkontinenz, Beckenbodentraining

Beckenbodentraining

Gezielte Übungen zur Kräftigung des Beckenbodens gegen Inkontinenz und Senkungsbeschwerden.

Siehe auch: Beckenboden, Inkontinenz

Beckenendlage

Lage des Kindes mit dem Po oder den Füßen voran; das Kind kann manchmal von außen gedreht werden.

Siehe auch: Kaiserschnitt

Beikost

Breie und feste Nahrung, die ab etwa dem fünften bis siebten Monat zusätzlich zur Milch eingeführt wird.

Siehe auch: Stillen

Bewegungsmangel

Zu wenig körperliche Aktivität; die WHO empfiehlt mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche.

Siehe auch: Ausdauertraining, Schrittzahl

Binge-Eating-Störung

Essstörung mit wiederkehrenden Essanfällen ohne Gegenmaßnahmen, häufig verbunden mit Scham und Übergewicht.

Siehe auch: Essstörung

Biobank

Sammlung von Proben wie Blut oder Gewebe mit zugehörigen Daten für die Forschung.

Siehe auch: Genomsequenzierung

Biosimilar

Nachahmerpräparat eines biotechnologisch hergestellten Arzneimittels mit nachgewiesen gleichwertiger Wirkung.

Siehe auch: Biologika, Generikum

Biostimulatoren

Injizierbare Substanzen wie Polymilchsäure oder Calciumhydroxylapatit, die die körpereigene Kollagenbildung anregen sollen.

Siehe auch: Kollagen, Filler

Bizeps

Zweiköpfiger Oberarmmuskel, der den Ellenbogen beugt und den Unterarm dreht.

Siehe auch: Krafttraining

Bleaching

Zahnaufhellung mit Bleichmitteln, beim Zahnarzt oder zu Hause; kann vorübergehend empfindliche Zähne verursachen.

Siehe auch: Zahnschmelz

Blinddarm

Anfangsstück des Dickdarms mit dem wurmförmigen Anhängsel, dessen Entzündung umgangssprachlich Blinddarmentzündung heißt.

Siehe auch: Appendizitis

Blutgasanalyse

Messung von Sauerstoff, Kohlendioxid und Säure-Basen-Haushalt im Blut, z. B. auf der Intensivstation.

Siehe auch: pH-Wert, Azidose

Blutspende

Freiwillige Abgabe von Blut für Patienten; aus einer Spende werden meist Erythrozyten, Plasma und Plättchen gewonnen.

Siehe auch: Transfusion, Blutgruppe

Brachytherapie

Strahlentherapie von innen, bei der die Strahlenquelle direkt in oder an den Tumor gebracht wird.

Siehe auch: Strahlentherapie, Prostatakrebs

Braunes Fettgewebe

Spezielles Fettgewebe, das Energie in Wärme umwandelt; durch Kälte aktivierbar.

Siehe auch: Grundumsatz

Bronchiektasen

Dauerhaft erweiterte Bronchien, in denen sich Schleim staut; Folge sind chronischer Husten und häufige Infekte.

Siehe auch: Bronchien

Bronchiolitis

Entzündung der kleinsten Atemwege bei Säuglingen, meist durch das RS-Virus.

Siehe auch: RSV

Brustbein

Flacher Knochen in der Mitte des Brustkorbs, an dem die Rippen ansetzen; Druckpunkt bei der Herzdruckmassage.

Siehe auch: Reanimation

Bulimie

Essstörung mit Essanfällen und anschließenden gegensteuernden Maßnahmen; sie ist gut behandelbar.

Siehe auch: Essstörung

Butylscopolamin

Krampflösender Wirkstoff gegen Bauchkrämpfe und Koliken.

Siehe auch: Kolik

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