Medizin-Lexikon › Teleangiektasien (Kurzdefinition)
Kurz erklärt: Besenreiser sind sehr feine, erweiterte Venen direkt unter der Haut, meist an den Beinen. Sie erscheinen als rote bis bläuliche Linien oder fächerförmige Netze, die an die Reiser eines Besens erinnern. Sie sind sehr häufig, in der Regel harmlos und vor allem ein kosmetisches Thema, können aber auch auf eine Venenschwäche in tieferen Gefäßen hinweisen.
Ader veröden – kurz gesagt: Beim Veröden spritzt die Ärztin oder der Arzt ein Verödungsmittel, meist Polidocanol, mit einer sehr feinen Nadel in die Ader. Die Gefäßinnenwand verklebt, und der Körper baut die Ader über Wochen ab. Bei Besenreisern sind oft mehrere Sitzungen nötig. Danach können Kompressionsstrümpfe für bis zu drei Wochen das Ergebnis verbessern.
Auf einen Blick
- Besenreiser: sehr feine, erweiterte Venen unter der Haut, meist harmlos.
- Standardbehandlung: Verödung (Sklerotherapie), flüssig oder als Schaum; laut deutscher Leitlinie ist bei Besenreisern die Flüssigverödung die Methode der Wahl.
- Vorher abklären: Bei Beschwerden oder sichtbaren Krampfadern ist ein Ultraschall der Beinvenen sinnvoll.
- Danach: Kompression für bis zu drei Wochen kann das Ergebnis verbessern und Verfärbungen verringern.
- Kosten: Die Behandlung reiner Besenreiser zahlen die gesetzlichen Kassen nicht.
Wie entstehen Besenreiser?
Besenreiser sind die kleinste Form von Krampfadern. Die Venenwände geben nach, das Blut staut sich und die Äderchen werden sichtbar. Eine erbliche Veranlagung spielt die größte Rolle. Weitere Einflüsse sind weibliche Hormone, Schwangerschaften, höheres Alter, langes Stehen oder Sitzen und Übergewicht. Etwas dickere, bläuliche Venen in der Nachbarschaft, sogenannte retikuläre Venen, speisen Besenreiser oft und sollten bei einer Behandlung mitberücksichtigt werden. Feine Äderchen im Gesicht haben dagegen meist andere Ursachen, etwa eine Rosazea oder Sonnenschäden.
Wann ist eine Abklärung sinnvoll?
Besenreiser allein verursachen meist keine Beschwerden; manche Betroffene berichten über leichtes Brennen oder Schweregefühl. Kommen geschwollene Knöchel, schwere Beine, sichtbare dickere Krampfadern, Hautverfärbungen oder Wunden am Unterschenkel hinzu, kann eine chronische Venenschwäche dahinterstecken. Dann ist eine Untersuchung der Beinvenen mit Ultraschall (Duplexsonographie) sinnvoll, idealerweise vor jeder Besenreiserbehandlung. Wird eine undichte Stammvene nicht behandelt, kommen Besenreiser nach einer Verödung oft rasch wieder.
Behandlungsmöglichkeiten
- Verödung (Sklerotherapie): Das Standardverfahren. Mit sehr feiner Nadel wird ein Verödungsmittel, in Deutschland meist Polidocanol, in die Äderchen gespritzt. Es reizt die Gefäßinnenwand, das Gefäß verklebt und wird vom Körper abgebaut. Für etwas größere Venen kann das Mittel als Schaum verwendet werden. Meist sind mehrere Sitzungen im Abstand einiger Wochen nötig; danach wird oft Kompression empfohlen.
- Laser: Gefäßlaser, etwa der Nd:YAG-Laser, können sehr feine Besenreiser oder Gefäße, die sich schlecht spritzen lassen, behandeln. Bei Besenreisern an den Beinen ist die Verödung meist wirksamer.
- Kompressionsstrümpfe lindern Beschwerden bei Venenschwäche, lassen bestehende Besenreiser aber nicht verschwinden.
Die Äderchen verblassen nach der Behandlung über Wochen bis Monate. Da die Veranlagung bleibt, können sich später neue Besenreiser bilden.
Risiken und Nebenwirkungen
- Blutergüsse, Rötung, Juckreiz und Schwellung an den Einstichstellen
- bräunliche Verfärbungen entlang der Gefäße (Hyperpigmentierung), die meist über Monate verblassen, selten bleiben
- neu auftretende, sehr feine rote Äderchen in der Umgebung (Matting)
- kleine schmerzhafte Verhärtungen durch eingeschlossenes Blut, die sich entlasten lassen
- selten Hautnekrosen mit kleinen Narben
- selten allergische Reaktionen, oberflächliche Venenentzündung, Thrombosen; nach Schaumverödung vereinzelt vorübergehende Sehstörungen oder migräneartige Beschwerden
- bei Laserbehandlung Verbrennungen und Pigmentveränderungen, besonders bei gebräunter oder dunkler Haut
Zurückhaltung gilt unter anderem in der Schwangerschaft, bei akuter Thrombose, schweren Durchblutungsstörungen der Beine und bekannter Allergie gegen das Verödungsmittel.
Vorbeugung und Kosten
Bewegung, besonders Gehen und Radfahren, Hochlegen der Beine, Vermeiden langen Stehens und ein gesundes Gewicht entlasten die Venen. Besenreiser sicher verhindern lässt sich damit nicht. Die Behandlung reiner Besenreiser gilt als kosmetisch und wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Die Ultraschalluntersuchung und die Behandlung einer krankhaften Venenschwäche gehören dagegen zur regulären Versorgung. Vor der Behandlung sollten Erwartungen, Anzahl der Sitzungen, Risiken und Alternativen besprochen werden.
Häufige Fragen
Tut es weh, eine Ader zu veröden?
Meist nur wenig. Die Nadel ist sehr fein. Viele spüren beim Einspritzen ein kurzes Brennen oder Ziehen. Eine Betäubung ist in der Regel nicht nötig.
Wie viele Sitzungen sind nötig?
Das hängt von Zahl und Größe der Äderchen ab. Oft sind mehrere Sitzungen im Abstand einiger Wochen nötig. Das Endergebnis zeigt sich erst nach Wochen bis Monaten, wenn die Äderchen verblasst sind.
Was sollte ich nach dem Veröden beachten?
Gehen ist direkt danach erwünscht. Kompressionsstrümpfe werden oft für einige Tage bis drei Wochen empfohlen. Auf sehr anstrengenden Sport, Sauna und starke Sonne verzichten Sie meist einige Tage. Halten Sie sich an die Hinweise Ihrer behandelnden Praxis.
Weiterlesen auf Medizin Aktuell
Krampfadern (Varizen) ausführlich erklärt · Gefäßlaser: was Laser bei feinen Äderchen leisten · Laser bei Krampfadern (EVLT)
Verwandte Begriffe im Lexikon
Krampfadern, Chronisch-venöse Insuffizienz, Sklerotherapie, Polidocanol, Gefäßlaser, Nd:YAG-Laser, Kompressionsstrümpfe, Doppler-Sonographie, Hyperpigmentierung
Quellen
- S2k-Leitlinie Sklerosierungsbehandlung der Varikose, AWMF-Register 037-015, Deutsche Gesellschaft für Phlebologie (PDF)
- S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Varikose (AWMF)
- Rabe E et al.: European guidelines for sclerotherapy in chronic venous disorders. Phlebology 2014 (PubMed)
- Deutsche Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie (DGPL): Patienteninformationen zu Besenreisern und Krampfadern
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche, zahnärztliche oder apothekerliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Stand: November 2026.