Medizin-Lexikon: D

Darmkrebs

Kolorektales Karzinom: bösartiger Tumor des Dick- oder Enddarms, der meist aus zunächst gutartigen Polypen entsteht. Die Darmspiegelung ermöglicht Früherkennung und das Entfernen von Vorstufen.

Siehe auch: Koloskopie, Polyp

Defibrillator

Gerät, das bei Kammerflimmern einen Stromstoß abgibt, um den normalen Herzrhythmus wiederherzustellen. Automatisierte externe Defibrillatoren (AED) können auch von Laien bedient werden.

Dehydratation

Austrocknung: Flüssigkeitsmangel des Körpers durch zu geringe Zufuhr oder Verluste durch Durchfall, Erbrechen oder Schwitzen. Besonders gefährdet sind Säuglinge und ältere Menschen.

Delir

Akute Verwirrtheit mit Störung von Aufmerksamkeit und Bewusstsein, oft schwankend im Tagesverlauf. Häufig bei älteren Menschen nach Operationen oder bei Infekten.

Demenz

Oberbegriff für den fortschreitenden Verlust geistiger Fähigkeiten wie Gedächtnis, Denken und Orientierung, der den Alltag beeinträchtigt. Häufigste Ursache ist die Alzheimer-Krankheit.

Depression

Psychische Erkrankung mit anhaltender gedrückter Stimmung sowie Interessen- und Antriebsverlust über mindestens zwei Wochen. Sie ist gut behandelbar, etwa mit Psychotherapie und Medikamenten.

Siehe auch: Antidepressivum, Psychotherapie

Dermatitis

Entzündliche Hautreaktion mit Rötung, Juckreiz, Schuppung oder Bläschen, z. B. als Kontaktdermatitis durch Reizstoffe oder Allergene.

Dermatologie

Fachgebiet für Erkrankungen von Haut, Haaren, Nägeln und Schleimhäuten sowie für Geschlechtskrankheiten und Allergien.

Diabetes mellitus

„Zuckerkrankheit“: dauerhaft erhöhter Blutzucker. Bei Typ 1 fehlt das Hormon Insulin, bei Typ 2 wirkt es nicht ausreichend. Unbehandelt schädigt Diabetes Gefäße, Nerven, Nieren und Augen.

Diagnose

Feststellung einer Krankheit aufgrund von Anamnese, Untersuchung und Befunden.

Dialyse

Blutwäsche: Verfahren, das bei Nierenversagen Giftstoffe und überschüssiges Wasser aus dem Blut entfernt, meist mehrmals pro Woche über eine Maschine.

Diarrhö

Durchfall: mehr als drei ungeformte oder flüssige Stuhlgänge am Tag.

Siehe auch: Dehydratation

Differenzialdiagnose

Abgrenzung von Krankheiten mit ähnlichen Beschwerden, um die richtige Diagnose zu finden.

Diuretikum

Entwässerungsmittel: Medikament, das die Ausscheidung von Salz und Wasser über die Nieren steigert, etwa bei Bluthochdruck oder Herzschwäche.

Divertikel

Kleine Ausstülpungen der Darmwand, meist im Dickdarm und mit dem Alter häufiger. Entzünden sie sich, spricht man von Divertikulitis.

DNA

Desoxyribonukleinsäure: Trägerin der Erbinformation in jeder Zelle, aufgebaut als Doppelhelix aus vier Bausteinen (A, T, G, C).

Dopamin

Botenstoff im Gehirn, wichtig für Bewegung, Motivation und Belohnungsempfinden. Ein Mangel spielt bei der Parkinson-Krankheit eine zentrale Rolle.

Siehe auch: Parkinson-Krankheit

Doppelblindstudie

Studie, bei der weder die Teilnehmenden noch die Behandelnden wissen, wer den Wirkstoff und wer ein Placebo erhält. So werden Erwartungseffekte ausgeschaltet.

Siehe auch: Placebo, Randomisierte kontrollierte Studie (RCT)

Dosis

Menge eines Arzneimittels, die auf einmal oder innerhalb eines Zeitraums eingenommen wird.

Dysplasie

Fehlbildung oder krankhafte Veränderung eines Gewebes; in der Krebsmedizin eine mögliche Vorstufe von Krebs.

Dyspnoe

Atemnot: subjektiv erschwerte oder unzureichende Atmung.

D-Dimere

Abbauprodukte von Blutgerinnseln. Normale Werte machen eine Thrombose oder Lungenembolie unwahrscheinlich.

Siehe auch: Thrombose, Embolie

Dermatoskopie

Untersuchung von Hautveränderungen mit einem beleuchteten Vergrößerungsgerät; sie verbessert die Früherkennung von Hautkrebs.

Siehe auch: Muttermal, Melanom

Dermis

Lederhaut: mittlere Hautschicht mit Kollagenfasern, Blutgefäßen, Nerven, Haarwurzeln und Drüsen; sie verleiht der Haut Festigkeit.

Siehe auch: Epidermis, Subkutis

Diabetische Retinopathie

Schädigung der Netzhautgefäße durch langjährig erhöhten Blutzucker; regelmäßige Augenkontrollen beugen Sehverlust vor.

Siehe auch: Diabetes mellitus, Netzhaut

Dickdarm

Letzter Abschnitt des Darms, in dem dem Stuhl Wasser entzogen wird; hier leben die meisten Darmbakterien.

Siehe auch: Mikrobiom

Direkte orale Antikoagulanzien (DOAK)

Gerinnungshemmer zum Einnehmen wie Apixaban oder Rivaroxaban, die ohne regelmäßige Gerinnungskontrollen auskommen.

Siehe auch: Antikoagulation

Drainage

Ableitung von Wundflüssigkeit oder Blut über einen dünnen Schlauch nach Operationen.

Dreitagefieber

Häufige Viruserkrankung im Kleinkindalter: drei Tage hohes Fieber, danach ein kurzer Hautausschlag.

Dünndarm

Längster Abschnitt des Verdauungstrakts, in dem der Großteil der Nährstoffe aus der Nahrung ins Blut aufgenommen wird.

Siehe auch: Zwölffingerdarm

Dellwarzen

Mollusca contagiosa: harmlose, ansteckende Viruswarzen mit zentraler Delle, vor allem bei Kindern.

Siehe auch: Warze

Dengue-Fieber

Durch Mücken übertragene Viruserkrankung in tropischen Regionen mit hohem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen.

Dermabrasion

Abschleifen der oberen Hautschichten, z. B. zur Glättung von Narben.

Siehe auch: Narbe

Diclofenac

Schmerz- und Entzündungshemmer aus der Gruppe der NSAR, als Tablette oder Gel.

Siehe auch: NSAR

Dreimonatskolik

Anfallsartiges, untröstliches Schreien gesunder Säuglinge in den ersten Lebensmonaten, das von selbst nachlässt.

Dupilumab

Biologikum (Antikörper), das bestimmte Entzündungsbotenstoffe blockiert; eingesetzt bei mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis und Asthma.

Siehe auch: Neurodermitis, Biologika

Dysphagie

Schluckstörung: Schwierigkeiten oder Schmerzen beim Schlucken, die ärztlich abgeklärt werden sollten.

Siehe auch: Speiseröhre

Dysurie

Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen, typisch für eine Blasenentzündung.

Siehe auch: Blasenentzündung

Dammriss

Einriss des Gewebes zwischen Scheide und After bei der Geburt.

Siehe auch: Wochenbett

Darmbarriere

Schutzschicht aus Schleim, Darmzellen und Immunzellen, die Nährstoffe hindurchlässt und Keime fernhält.

Siehe auch: Mikrobiom

Darmverschluss

Ileus: Stillstand der Darmpassage, mechanisch oder durch Darmlähmung; ein Notfall.

Siehe auch: Akutes Abdomen

Darreichungsform

Form, in der ein Arzneimittel angewendet wird, z. B. Tablette, Kapsel, Saft, Zäpfchen, Spray oder Spritze.

Siehe auch: Wirkstoff, Bioverfügbarkeit

Dehnen

Übungen zur Verbesserung der Beweglichkeit; Verletzungen beugt es allein kaum vor.

Siehe auch: Krafttraining

Dekubitus

Druckgeschwür bei bettlägerigen Menschen durch anhaltenden Druck; regelmäßige Umlagerung beugt vor.

Siehe auch: Wundheilung

Diabetes insipidus

Seltene Störung des Wasserhaushalts mit großen Urinmengen und starkem Durst; nicht mit dem Zuckerdiabetes verwandt.

Siehe auch: Hypophyse

Diabetischer Fuß

Folgeschäden an den Füßen bei Diabetes durch Nerven- und Durchblutungsstörungen; kleine Wunden können schwer heilen.

Siehe auch: Diabetes mellitus, Neuropathie

Digitale Augenbelastung

Müde, trockene Augen und Kopfschmerzen nach langer Bildschirmarbeit; regelmäßige Pausen helfen.

Siehe auch: Trockenes Auge

Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA)

Vom BfArM geprüfte Gesundheits-App, die ärztlich verordnet und von der Krankenkasse bezahlt werden kann.

Siehe auch: Telemedizin

Digitalis

Herzglykoside aus dem Fingerhut, die bei Herzschwäche und Vorhofflimmern eingesetzt werden; enge therapeutische Breite.

Siehe auch: Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern

Diphtherie

Bakterielle Infektion des Rachens mit Belägen und giftigem Toxin; durch Impfung selten geworden.

Siehe auch: Impfung, Tetanus

Distorsion

Verstauchung: Überdehnung von Bändern und Gelenkkapsel, z. B. am Sprunggelenk.

Siehe auch: Bänderriss

Doppler-Sonographie

Ultraschallverfahren, das den Blutfluss in Gefäßen sichtbar macht, z. B. bei Verdacht auf Thrombose.

Siehe auch: Sonographie, Thrombose

Doxycyclin

Breit wirksames Antibiotikum aus der Gruppe der Tetracycline, z. B. bei Borreliose oder Rosazea; es macht die Haut lichtempfindlicher.

Siehe auch: Antibiotikum, Borreliose

DPP-4-Hemmer

Tabletten gegen Typ-2-Diabetes, die die körpereigene Insulinausschüttung nach dem Essen verstärken.

Siehe auch: Typ-2-Diabetes

Dünndarmfehlbesiedlung

Übermäßige Bakterienzahl im Dünndarm mit Blähungen und Durchfall.

Siehe auch: Mikrobiom, H2-Atemtest

Dupuytren-Kontraktur

Verhärtung des Bindegewebes der Handinnenfläche, durch die sich Finger zunehmend krümmen.

Siehe auch: Bindegewebe

Dyskalkulie

Rechenstörung: anhaltende Schwierigkeiten mit Zahlen und Rechnen trotz normaler Intelligenz.

Siehe auch: Legasthenie

Dysmenorrhö

Schmerzhafte Regelblutung; starke Schmerzen können auf Endometriose hinweisen.

Siehe auch: Menstruation, Endometriose

Dysthymie

Lang anhaltende, leichtere depressive Verstimmung über mindestens zwei Jahre.

Siehe auch: Depression

Dystonie

Bewegungsstörung mit unwillkürlichen Muskelverkrampfungen und Fehlhaltungen, z. B. Schiefhals.

Siehe auch: Botulinumtoxin

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