Trockene Augen: Ursachen und Behandlung

Medizin-Lexikon › Trockenes Auge (Kurzdefinition)

Kurz erklärt: Beim trockenen Auge ist der Tränenfilm gestört: Es wird zu wenig Tränenflüssigkeit gebildet, oder sie verdunstet zu schnell. Das Auge ist nicht mehr ausreichend benetzt und geschützt. Die Beschwerden sind häufig und nehmen mit dem Alter zu.

Symptome

Typisch sind Brennen, Jucken, Fremdkörper- oder Sandkorngefühl, gerötete Augen, Lichtempfindlichkeit und schwankendes Sehen. Paradoxerweise können die Augen auch tränen, weil die gereizte Oberfläche eine reflexartige Tränenproduktion auslöst.

Ursachen

Häufig ist eine Funktionsstörung der Meibom-Drüsen am Lidrand, deren Fettschicht die Verdunstung bremst. Bildschirmarbeit mit seltenem Lidschlag, trockene Heizungs- oder Klimaanlagenluft, Kontaktlinsen, hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren, bestimmte Medikamente sowie Erkrankungen wie das Sjögren-Syndrom können ein trockenes Auge begünstigen.

Behandlung

Tränenersatzmittel bilden die Grundlage. Für die häufige Anwendung eignen sich konservierungsmittelfreie Tropfen, etwa mit Hyaluronsäure; bei einer Lidranddrüsenstörung können lipidhaltige Präparate sinnvoll sein. Warme Kompressen und eine regelmäßige Lidrandpflege verbessern die Funktion der Meibom-Drüsen. In hartnäckigen Fällen kann die Augenärztin oder der Augenarzt entzündungshemmende Tropfen verordnen.

Alltag

Bewusstes Blinzeln und Pausen bei der Bildschirmarbeit, Lüften, ausreichende Luftfeuchtigkeit und das Vermeiden von Zugluft entlasten die Augen. Starke Schmerzen, deutliche Sehverschlechterung oder ein stark gerötetes Auge sollten augenärztlich untersucht werden.

Verwandte Begriffe im Lexikon

Augentropfen, Blepharitis, Sjögren-Syndrom, Kontaktlinsen, Konjunktivitis

Quellen

  • Berufsverband der Augenärzte (BVA) und Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG): Leitlinie Nr. 11 Trockenes Auge (Sicca-Syndrom)
  • IQWiG: gesundheitsinformation.de – Gesundheitsinformationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder apothekerliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Stand: Oktober 2026.