Randomisierte kontrollierte Studie (RCT)
Studienform, bei der Teilnehmende per Zufall einer Behandlungs- oder Vergleichsgruppe zugeteilt werden. Sie gilt als Goldstandard, um die Wirksamkeit einer Therapie nachzuweisen.
Rapamycin
Immunsuppressiver Wirkstoff (Sirolimus), der den Signalweg mTOR hemmt. In Tierversuchen verlängert er die Lebensspanne; beim Menschen ist ein solcher Nutzen nicht belegt.
Siehe auch: mTOR
Reanimation
Wiederbelebung bei Herz-Kreislauf-Stillstand durch Herzdruckmassage, Beatmung und Defibrillation. Laien sollen sofort mit der Herzdruckmassage beginnen: 100- bis 120-mal pro Minute, 5 bis 6 cm tief.
Siehe auch: Defibrillator
Reflux
Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre, der Sodbrennen verursacht. Bei häufigen Beschwerden spricht man von Refluxkrankheit.
Reprogrammierung (partielle)
Experimenteller Ansatz der Altersforschung: Zellen werden mit bestimmten Transkriptionsfaktoren epigenetisch in einen jüngeren Zustand versetzt, ohne ihre Identität zu verlieren.
Resistenz
Widerstandsfähigkeit von Erregern gegen Medikamente, z. B. Bakterien, auf die Antibiotika nicht mehr wirken.
Restless-Legs-Syndrom
Unruhe und Missempfindungen in den Beinen in Ruhe, besonders abends und nachts, verbunden mit starkem Bewegungsdrang.
Retinoide
Vitamin-A-Abkömmlinge wie Retinol oder Tretinoin, die die Zellerneuerung der Haut beeinflussen; eingesetzt bei Akne und lichtbedingter Hautalterung.
Siehe auch: Akne, Hautalterung
Rezeptpflicht
Vorgabe, dass ein Arzneimittel nur mit ärztlicher Verschreibung in der Apotheke abgegeben werden darf.
Siehe auch: OTC-Präparat
Rezidiv
Rückfall: erneutes Auftreten einer Krankheit nach scheinbarer Heilung.
Rheuma
Sammelbegriff für über 100 Erkrankungen mit Schmerzen an Gelenken, Muskeln, Sehnen oder Knochen, darunter entzündliche Formen wie die rheumatoide Arthritis.
Siehe auch: Rheumatoide Arthritis
Rheumatoide Arthritis
Chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung der Gelenke, meist zuerst an Fingern und Händen, mit Schwellung, Schmerz und Morgensteifigkeit.
Rhinitis
Schnupfen: Entzündung der Nasenschleimhaut, meist durch Viren oder Allergien.
Siehe auch: Heuschnupfen
Rhinoplastik
Nasenkorrektur: Operation zur Veränderung von Form oder Funktion der Nase.
Röntgen
Bildgebendes Verfahren mit Röntgenstrahlen, besonders geeignet zur Darstellung von Knochen und Lunge.
Rosazea
Chronisch-entzündliche Hauterkrankung des Gesichts mit Rötungen, sichtbaren Äderchen und Pusteln; Hitze, Alkohol oder scharfes Essen können sie verstärken.
Röteln
Meist milde Viruserkrankung mit Hautausschlag. In der Schwangerschaft kann sie das Ungeborene schwer schädigen; Schutz bietet die Masern-Mumps-Röteln-Impfung.
Rauchen
Wichtigster vermeidbarer Risikofaktor für Krebs, Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen; ein Rauchstopp lohnt sich in jedem Alter.
Raynaud-Syndrom
Anfallsartige Weiß- und Blaufärbung der Finger bei Kälte oder Stress durch Gefäßkrämpfe.
Rehabilitation
Reha: Behandlung nach Krankheit oder Operation, um Gesundheit, Selbstständigkeit und Arbeitsfähigkeit wiederherzustellen.
Reizblase
Überaktive Blase mit häufigem, plötzlichem Harndrang, oft auch nachts.
Siehe auch: Inkontinenz
Reizdarmsyndrom
Funktionelle Darmerkrankung mit wiederkehrenden Bauchschmerzen, Blähungen und veränderten Stuhlgewohnheiten ohne organische Ursache.
Siehe auch: Reizmagen
Reizmagen
Funktionelle Dyspepsie: wiederkehrende Oberbauchbeschwerden wie Völlegefühl und Schmerzen ohne nachweisbare organische Ursache.
Siehe auch: Reizdarmsyndrom
Rekonstruktive Chirurgie
Wiederherstellung von Form und Funktion nach Unfällen, Tumoroperationen oder bei Fehlbildungen, z. B. die Brustrekonstruktion.
Siehe auch: Plastische Chirurgie
Relatives Risiko
Verhältnis des Erkrankungsrisikos zweier Gruppen. Es klingt oft eindrucksvoller als das absolute Risiko, das den tatsächlichen Unterschied angibt.
Siehe auch: Number Needed to Treat (NNT)
Remission
Rückgang der Krankheitszeichen, vollständig (komplette Remission) oder teilweise, z. B. nach einer Krebsbehandlung.
Siehe auch: Rezidiv
Resilienz
Psychische Widerstandskraft: die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sich von Belastungen zu erholen.
Rheumafaktor
Autoantikörper, der bei vielen Menschen mit rheumatoider Arthritis, aber auch bei Gesunden vorkommt.
Siehe auch: Rheumatoide Arthritis
Ringelröteln
Virusinfektion mit girlandenförmigem Ausschlag, vor allem bei Kindern; in der Schwangerschaft kann sie das Ungeborene gefährden.
Rotaviren
Häufigste Ursache schwerer Brechdurchfälle bei Säuglingen und Kleinkindern; die Schluckimpfung wird ab der 6. Lebenswoche empfohlen.
Siehe auch: Gastroenteritis
RSV
Respiratorisches Synzytial-Virus: verursacht Atemwegsinfekte, die bei Säuglingen und älteren Menschen schwer verlaufen können.
Rückenmark
Nervenstrang im Wirbelkanal, der Signale zwischen Gehirn und Körper leitet und einfache Reflexe selbst steuert.
Siehe auch: Querschnittlähmung
Rückenschmerzen
Sehr häufige Beschwerden, meist ohne gefährliche Ursache (unspezifisch). Bewegung und Aktivität helfen in der Regel mehr als Schonung.
Siehe auch: Lumbago, Bandscheibenvorfall
Radiofrequenz
Ästhetische Behandlung, bei der Hochfrequenzenergie die Haut erwärmt, um Kollagenbildung und Hautstraffung anzuregen.
Siehe auch: Kollagen
Ramipril
ACE-Hemmer zur Behandlung von Bluthochdruck und Herzschwäche.
Siehe auch: ACE-Hemmer
Reflex
Unwillkürliche, rasche Reaktion auf einen Reiz, z. B. der Kniesehnenreflex.
Resveratrol
Pflanzenstoff aus Trauben, der als möglicher Aktivator von Sirtuinen untersucht wurde; ein Nutzen beim Menschen ist nicht belegt.
Siehe auch: Sirtuine
Rettungsdienst
Notfallversorgung vor Ort und Transport ins Krankenhaus, erreichbar in Deutschland über den Notruf 112.
Siehe auch: Notaufnahme
RKI
Robert Koch-Institut: Bundesinstitut für Infektionskrankheiten und Gesundheitsberichterstattung in Deutschland.
Siehe auch: STIKO
RNA
Ribonukleinsäure: Molekül, das genetische Information überträgt und Prozesse in der Zelle steuert, z. B. als mRNA.
RNA-Interferenz
Natürlicher Mechanismus, mit dem kurze RNA-Stücke (siRNA) Gene abschalten; Grundlage neuer Medikamente, z. B. gegen erhöhtes Cholesterin.
Siehe auch: RNA
Rachen
Pharynx: Raum hinter Nase und Mund, in dem sich Atem- und Speiseweg kreuzen.
Rachenmandel
Lymphgewebe hinter der Nase; vergrößert umgangssprachlich als Polypen bezeichnet.
Siehe auch: Mandeln
Rauchstopp
Aufhören mit dem Rauchen; senkt das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Krebs schon nach kurzer Zeit.
Siehe auch: Rauchen, Nikotinersatztherapie
Real-World-Evidenz
Erkenntnisse aus Daten der Versorgung im Alltag, etwa aus Registern oder Abrechnungsdaten.
Siehe auch: Beobachtungsstudie
Referenzbereich
Wertebereich, in dem ein Laborwert bei etwa 95 Prozent gesunder Menschen liegt; Werte knapp außerhalb sind nicht automatisch krankhaft.
Siehe auch: Blutbild
Regeneration
Erholungsphase nach Belastung, in der sich der Körper anpasst und leistungsfähiger wird.
Siehe auch: Übertraining, Schlafhygiene
Regionalanästhesie
Betäubung einer Körperregion, z. B. als Spinalanästhesie oder Nervenblockade.
Siehe auch: Anästhesie, Lokalanästhesie
Reisemedizin
Beratung zu Impfungen, Malariaprophylaxe und Gesundheitsrisiken vor Fernreisen.
Siehe auch: Malaria, Gelbfieber, Typhus
Retardpräparat
Arzneimittel, das seinen Wirkstoff verzögert über Stunden freisetzt; solche Tabletten dürfen oft nicht geteilt werden.
Siehe auch: Darreichungsform, Pharmakokinetik
Retikulozyten
Junge rote Blutkörperchen; ihre Zahl zeigt, wie aktiv das Knochenmark neues Blut bildet.
Siehe auch: Erythrozyten, Anämie
Retinitis pigmentosa
Erbliche Netzhauterkrankung mit Nachtblindheit und zunehmend eingeschränktem Gesichtsfeld.
Siehe auch: Netzhaut, Gentherapie
Rezeptor
Bindungsstelle an oder in Zellen, an die Hormone, Botenstoffe oder Wirkstoffe andocken und eine Wirkung auslösen.
Rhabdomyolyse
Zerfall von Muskelgewebe, z. B. nach extremer Belastung, das die Nieren schädigen kann.
Siehe auch: Kreatinkinase (CK), Niereninsuffizienz
Ribosomen
Kleine Zellbestandteile, die nach der Bauanleitung der mRNA Eiweiße herstellen.
Riechstörung
Vermindertes oder fehlendes Riechvermögen, z. B. nach Virusinfekten; frühes Zeichen mancher Nervenerkrankungen.
Siehe auch: COVID-19
Riesenzellarteriitis
Entzündung großer Arterien bei älteren Menschen mit Schläfenkopfschmerz; wegen drohender Erblindung ein dringlicher Fall.
Siehe auch: Vaskulitis, Polymyalgia rheumatica
Rippen
Zwölf Knochenpaare, die den Brustkorb bilden und Herz und Lunge schützen.
Siehe auch: Lunge
Rivaroxaban
Direktes orales Antikoagulans (Faktor-Xa-Hemmer), z. B. zur Behandlung und Vorbeugung von Thrombosen.
Siehe auch: Direkte orale Antikoagulanzien (DOAK), Thrombose
Roboterassistierte Chirurgie
Operationen, bei denen der Chirurg Instrumente über ein Robotersystem steuert, z. B. bei Prostataoperationen.
Siehe auch: Minimalinvasive Chirurgie
Rotatorenmanschette
Gruppe von vier Muskeln und Sehnen, die den Oberarmkopf in der Schulterpfanne halten; Risse sind im Alter häufig.
Siehe auch: Schulter-Impingement
Rote-Hand-Brief
Schreiben von Arzneimittelherstellern an Fachkreise, das über neu erkannte Risiken eines Arzneimittels informiert.
Siehe auch: Pharmakovigilanz