Nasenkorrektur (Rhinoplastik): Ablauf und Risiken

Medizin-Lexikon › Rhinoplastik (Kurzdefinition)

Kurz erklärt: Bei einer Nasenkorrektur (Rhinoplastik) werden Form und Größe der äußeren Nase operativ verändert. Häufig wird sie mit einer Begradigung der Nasenscheidewand kombiniert (Septorhinoplastik), wenn zugleich die Nasenatmung behindert ist. Die Rhinoplastik gilt als einer der anspruchsvollsten Eingriffe im Gesicht, weil Form und Funktion eng zusammenhängen.

Ästhetische und funktionelle Gründe

Manche Menschen wünschen eine Korrektur etwa eines Höckers, einer breiten oder hängenden Nasenspitze oder einer Schiefnase. Medizinische Gründe sind eine verkrümmte Nasenscheidewand (Septumdeviation), Folgen von Unfällen, Fehlbildungen wie bei Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten oder ein Einfallen der Nasenflügel beim Einatmen. Oft lassen sich beide Anliegen in einem Eingriff verbinden. Vor jeder Planung steht deshalb eine Untersuchung der inneren Nase, meist durch HNO-Ärztinnen und -Ärzte oder in der Plastischen Chirurgie.

Wie läuft die Operation ab?

Der Eingriff erfolgt in der Regel in Vollnarkose und dauert je nach Umfang ein bis mehrere Stunden. Bei der geschlossenen Technik liegen alle Schnitte im Naseninneren. Bei der offenen Technik kommt ein kleiner Schnitt am Steg zwischen den Nasenlöchern hinzu, was einen besseren Überblick, etwa bei komplexen Spitzenkorrekturen, ermöglicht. Knorpel und Knochen werden abgetragen, umgeformt oder versetzt; fehlendes Stützgewebe wird häufig mit körpereigenem Knorpel aus Nasenscheidewand, Ohr oder Rippe ersetzt. Zum Bearbeiten des Knochens werden neben Meißel und Raspel teils auch ultraschallbasierte Instrumente verwendet.

Heilung und Verlauf

Nach der Operation stützt meist eine Schiene oder ein Gips die Nase für etwa ein bis zwei Wochen; Tamponaden oder Silikonfolien im Naseninneren werden nach wenigen Tagen entfernt. Schwellungen und Blutergüsse um die Augen sind in den ersten Tagen üblich und klingen meist innerhalb von zwei Wochen deutlich ab. Die Nasenspitze bleibt jedoch oft viele Monate leicht geschwollen; das endgültige Ergebnis lässt sich häufig erst nach rund einem Jahr beurteilen. In den ersten Wochen sollten Sport, Brillen mit Auflage auf dem Nasenrücken und Stöße vermieden werden.

Risiken und Grenzen

  • Nachblutung, Infektion, Wundheilungsstörungen
  • behinderte Nasenatmung, Verklebungen oder ein Loch in der Nasenscheidewand
  • Gefühlsstörungen an der Nasenspitze, meist vorübergehend
  • Unregelmäßigkeiten, Asymmetrien oder ein Ergebnis, das nicht den Erwartungen entspricht
  • sichtbare Narben bei offener Technik oder an Entnahmestellen von Knorpel

Ein Teil der Operierten benötigt eine Nachkorrektur (Revisionsrhinoplastik), die meist schwieriger ist als der Ersteingriff und frühestens nach Abschluss der Heilung geplant werden sollte. Eine Rhinoplastik kann die Nase verändern, aber nicht beliebig formen: Hautdicke, Knorpelstabilität und Gesichtsproportionen setzen Grenzen.

Alternativen

Kleinere Konturunregelmäßigkeiten werden teils mit Hyaluronsäure-Fillern ausgeglichen (nicht-chirurgische Rhinoplastik). Das Verfahren ist nur vorübergehend wirksam und trägt im Nasenbereich ein besonderes Risiko von Gefäßverschlüssen mit Hautschäden oder, sehr selten, Sehstörungen. Es verkleinert die Nase nicht und ersetzt keine funktionelle Operation.

Kosten und wichtig zu wissen

Ist die Atmung behindert, übernimmt die Krankenkasse in der Regel den funktionellen Anteil des Eingriffs; rein ästhetische Anteile sind selbst zu zahlen und sollten vorab getrennt aufgeschlüsselt werden. Vor der Entscheidung empfiehlt sich ein ausführliches Aufklärungsgespräch mit ausreichender Bedenkzeit. Bei Jugendlichen wird mit ästhetischen Korrekturen meist bis zum Abschluss des Gesichtswachstums gewartet. Stehen bei geringen äußerlichen Abweichungen starke Sorgen um das Aussehen im Vordergrund, kann eine körperdysmorphe Störung vorliegen, bei der eine Operation häufig nicht zufrieden macht und eine psychologische Abklärung sinnvoll ist.

Verwandte Begriffe im Lexikon

Rhinoplastik, Septorhinoplastik, Septumplastik, Septumdeviation, Nicht-chirurgische Rhinoplastik, Gefäßverschluss nach Filler, Kinnkorrektur, Hämatom, Körperdysmorphe Störung

Quellen

  • AWMF-Leitlinie „Formstörungen der inneren und/oder äußeren Nase (mit funktioneller Beeinträchtigung)“, Deutsche Gesellschaft für HNO-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie
  • Ishii LE et al.: Clinical Practice Guideline: Improving Nasal Form and Function after Rhinoplasty. Otolaryngol Head Neck Surg 2017
  • Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC): Patienteninformationen
  • Deutsche Gesellschaft für HNO-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC): Patienteninformationen

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche, zahnärztliche oder apothekerliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Stand: Oktober 2026.