Sodbrennen und Refluxkrankheit: Ursachen und Hilfe

Medizin-Lexikon › Reflux (Kurzdefinition)

Kurz erklärt: Reflux bezeichnet den Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre. Gelegentliches Sodbrennen ist häufig und harmlos; treten die Beschwerden regelmäßig auf oder schädigen sie die Schleimhaut, spricht man von gastroösophagealer Refluxkrankheit (GERD).

Ursachen

Der untere Schließmuskel der Speiseröhre schließt nicht ausreichend. Begünstigend wirken Übergewicht, üppige und fettreiche Mahlzeiten, spätes Essen, Alkohol, Kaffee, Rauchen, Schwangerschaft, ein Zwerchfellbruch (Hiatushernie) und bestimmte Medikamente.

Beschwerden

Typisch sind brennende Schmerzen hinter dem Brustbein und saures Aufstoßen, besonders nach dem Essen und im Liegen. Auch chronischer Husten, Heiserkeit, Räusperzwang oder Zahnschmelzschäden können auf Reflux zurückgehen.

Was im Alltag hilft

Kleinere Mahlzeiten, die letzte Mahlzeit zwei bis drei Stunden vor dem Schlafengehen, ein erhöhtes Kopfteil des Bettes, Gewichtsabnahme bei Übergewicht sowie das Meiden persönlicher Auslöser können die Beschwerden deutlich lindern.

Medikamente

Für gelegentliche Beschwerden gibt es rezeptfreie Antazida und Alginate. Bei häufigem Sodbrennen sind Protonenpumpenhemmer wie Pantoprazol oder Omeprazol am wirksamsten; ohne ärztliche Rücksprache sollten sie nur kurzzeitig (in der Regel bis zu 14 Tage) angewendet werden. Eine Langzeittherapie sollte regelmäßig ärztlich überprüft werden.

Warnzeichen

Schluckbeschwerden, Schmerzen beim Schlucken, ungewollter Gewichtsverlust, Erbrechen von Blut, schwarzer Stuhl, Blutarmut oder neu auftretende Beschwerden ab etwa 50 Jahren sollten zeitnah ärztlich abgeklärt werden, meist mit einer Magenspiegelung. Brustschmerzen können auch vom Herzen ausgehen – im Zweifel den Notruf wählen.

Verwandte Begriffe im Lexikon

Speiseröhre, Magensäure, Hiatushernie, Protonenpumpenhemmer, Pantoprazol, Barrett-Ösophagus, Gastroskopie, Dysphagie

Quellen

  • Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS): S2k-Leitlinie Gastroösophageale Refluxkrankheit und eosinophile Ösophagitis
  • IQWiG: gesundheitsinformation.de – Gesundheitsinformationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder apothekerliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Stand: Oktober 2026.