Medizin-Lexikon › Basaliom (Kurzdefinition)
Kurz erklärt: Das Basaliom (Basalzellkarzinom) ist die häufigste Krebserkrankung der Haut. Es wächst meist langsam und bildet nur sehr selten Tochtergeschwülste. Unbehandelt kann es aber in die Tiefe wachsen und Haut, Knorpel und Knochen zerstören. Rechtzeitig erkannt, lässt es sich in den allermeisten Fällen gut behandeln.
Ursachen und Risikofaktoren
Der wichtigste Risikofaktor ist UV-Strahlung, vor allem die über Jahrzehnte gesammelte Sonnenbelastung und wiederholte Sonnenbrände, besonders in Kindheit und Jugend. Basaliome entstehen deshalb vorwiegend im Gesicht, an Ohren, Kopfhaut, Hals und Schultern. Ein erhöhtes Risiko haben Menschen mit heller Haut, die leicht Sonnenbrand bekommen, Menschen im höheren Alter, nach häufiger Nutzung von Solarien, nach Strahlentherapie, bei langfristig unterdrücktem Immunsystem, etwa nach Organtransplantation, sowie bei seltenen erblichen Syndromen. Ein Basaliom entsteht aus Zellen der Basalschicht der Oberhaut und der Haarfollikel; eine Vorstufe wie bei anderen Hautkrebsarten gibt es in der Regel nicht.
Wie erkennt man ein Basaliom?
Typisch ist ein hautfarbenes bis rötliches, glasig oder perlmuttartig glänzendes Knötchen mit feinen, verzweigten Äderchen an der Oberfläche. Häufig ist der Rand leicht erhaben, die Mitte kann einsinken, verkrusten oder immer wieder bluten. Weitere Formen sind flache, rötliche, leicht schuppende Flecken, die einem Ekzem ähneln (oberflächliches Basaliom), oder narbenartige, weißliche, schlecht begrenzte Verhärtungen (sklerodermiformes Basaliom), die oft größer sind, als sie aussehen. Selten sind Basaliome pigmentiert und erinnern dann an ein Melanom. Eine Hautstelle, die nicht abheilt oder wiederholt blutet, sollte hautärztlich untersucht werden.
Diagnose
Die Hautärztin oder der Hautarzt untersucht die Stelle mit dem Auflichtmikroskop (Dermatoskop), das typische Gefäß- und Strukturmuster sichtbar macht. Gesichert wird die Diagnose in der Regel durch eine feingewebliche Untersuchung, entweder einer Probe oder des vollständig entfernten Tumors. Dabei wird auch der Wachstumstyp bestimmt, der für die Wahl der Therapie und das Rückfallrisiko wichtig ist. Nur bei sehr großen oder in die Tiefe wachsenden Tumoren sind bildgebende Untersuchungen nötig.
Behandlung
- Operation: Die Standardtherapie ist die vollständige Entfernung. Besonders im Gesicht und bei schlecht begrenzten oder wiederkehrenden Tumoren wird die mikrographisch kontrollierte Chirurgie eingesetzt: Die Schnittränder werden lückenlos feingeweblich untersucht, und es wird nur so lange nachgeschnitten, bis der Tumor sicher entfernt ist. Das schont gesundes Gewebe.
- Oberflächliche Basaliome: können auch mit Cremes wie Imiquimod oder 5-Fluorouracil, mit photodynamischer Therapie oder mit Vereisung behandelt werden; die Rückfallraten sind dabei etwas höher als nach einer Operation.
- Strahlentherapie: wenn eine Operation nicht möglich oder nicht sinnvoll ist, etwa bei älteren Menschen mit großen Tumoren.
- Fortgeschrittene Basaliome: Tabletten, die den Hedgehog-Signalweg hemmen, wie Vismodegib oder Sonidegib; nach deren Versagen ist eine Immuntherapie mit Cemiplimab zugelassen. Diese Behandlungen haben teils belastende Nebenwirkungen und gehören in die Hand spezialisierter Zentren.
Nachsorge und Vorbeugung
Wer ein Basaliom hatte, hat ein deutlich erhöhtes Risiko für weitere Basaliome und andere Hautkrebsarten. Regelmäßige hautärztliche Kontrollen der gesamten Haut und die Selbstuntersuchung sind deshalb wichtig. Gesetzlich Versicherte haben ab 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf eine Hautkrebs-Früherkennungsuntersuchung. Zur Vorbeugung gehören: Mittagssonne meiden, Schatten suchen, Kleidung, Hut und Sonnenbrille tragen, Sonnenschutzmittel ergänzend nutzen, Sonnenbrände bei Kindern konsequent vermeiden und auf Solarien verzichten. Die Behandlung eines Basalioms ist eine Leistung der Krankenkassen.
Verwandte Begriffe im Lexikon
Hautkrebs, Plattenepithelkarzinom, Melanom, Aktinische Keratose, Hautkrebs-Screening, Mohs-Chirurgie, Imiquimod, Vismodegib, Photodynamische Therapie
Quellen
- AWMF-S2k-Leitlinie Basalzellkarzinom der Haut (Deutsche Dermatologische Gesellschaft, Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie)
- Leitlinienprogramm Onkologie (AWMF, Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe): S3-Leitlinie Prävention von Hautkrebs
- Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): Krebsfrüherkennungs-Richtlinie – Hautkrebs-Screening
- Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA): Erivedge (Vismodegib) – European Public Assessment Report (EPAR)
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche, zahnärztliche oder apothekerliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Stand: Oktober 2026.