Lidstraffung (Blepharoplastik): Ober- und Unterlid

Medizin-Lexikon › Blepharoplastik (Kurzdefinition)

Kurz erklärt: Bei einer Lidstraffung (Blepharoplastik) wird überschüssige Haut und gegebenenfalls Fettgewebe an den Ober- oder Unterlidern entfernt oder umverteilt. Der Eingriff kann ästhetische Gründe haben, aber auch medizinische, wenn herabhängende Haut das Gesichtsfeld einschränkt.

Oberlid und Unterlid

Am Oberlid steht meist ein Hautüberschuss (Schlupflider) im Vordergrund; der Schnitt liegt in der natürlichen Lidfalte. Am Unterlid geht es häufig um sogenannte Tränensäcke durch vorgewölbtes Fettgewebe. Hier wird entweder über einen Schnitt knapp unter der Wimpernreihe oder von innen über die Bindehaut operiert. Wichtig ist die Unterscheidung von einer abgesunkenen Augenbraue oder einem herabhängenden Lid durch einen schwachen Lidhebermuskel (Ptosis), die andere Eingriffe erfordern.

Wann ist sie medizinisch begründet?

Hängt die Oberlidhaut so weit herab, dass sie das obere Gesichtsfeld deutlich einschränkt, kann eine Operation medizinisch notwendig sein. Dies wird in der Regel durch eine augenärztliche Gesichtsfeldmessung dokumentiert. Ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt, wird im Einzelfall entschieden; rein ästhetische Lidkorrekturen sind Selbstzahlerleistungen.

Ablauf und Heilung

Oberlidstraffungen erfolgen meist ambulant in örtlicher Betäubung, Unterlidoperationen häufiger in Dämmerschlaf oder Narkose. Schwellungen und Blutergüsse klingen gewöhnlich innerhalb von ein bis drei Wochen ab; Kühlen und eine erhöhte Kopflage helfen. Die Fäden werden nach einigen Tagen entfernt. Die Narbe am Oberlid ist nach der Abheilung in der Lidfalte meist kaum sichtbar.

Risiken

  • vorübergehend trockene, gereizte Augen und unvollständiger Lidschluss
  • Asymmetrien, auffällige Narben, zu viel oder zu wenig entfernte Haut
  • beim Unterlid ein Absinken oder Auswärtskippen des Lidrands (Ektropium)
  • sehr selten eine Blutung hinter dem Auge mit Gefahr für das Sehvermögen; zunehmende Schmerzen, Druck oder Sehverschlechterung nach der Operation sind ein Notfall

Wichtig zu wissen

Vor dem Eingriff sollten trockene Augen, Sehstörungen, Schilddrüsenerkrankungen und gerinnungshemmende Medikamente angesprochen werden. Sinnvoll ist eine Beratung bei Fachärztinnen oder Fachärzten für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Augenheilkunde mit Schwerpunkt Lidchirurgie oder Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie.

Verwandte Begriffe im Lexikon

Blepharoplastik, Dermatochalasis, Brauenptosis, Ptosis, Ektropium, Lagophthalmus, Trockenes Auge, Kanthoplastik

Quellen

  • Berufsverband der Augenärzte Deutschlands und Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (BVA/DOG): Patienteninformationen zur Lidchirurgie
  • Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC): Patienteninformationen
  • American Academy of Ophthalmology: Blepharoplasty

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche, zahnärztliche oder apothekerliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Stand: Oktober 2026.