Diabetes mellitus: Typen, Symptome und Behandlung

Medizin-Lexikon › Diabetes mellitus (Kurzdefinition)

Kurz erklärt: Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, bei der der Blutzucker dauerhaft erhöht ist, weil der Körper zu wenig Insulin bildet oder Insulin nicht ausreichend wirkt. In Deutschland leben mehr als acht Millionen Menschen mit Diabetes, die große Mehrheit mit Typ-2-Diabetes.

Formen

Beim Typ-1-Diabetes zerstört das Immunsystem die insulinbildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse; Betroffene brauchen von Beginn an Insulin. Der Typ-2-Diabetes entsteht über Jahre aus einer Insulinresistenz, begünstigt durch Veranlagung, Übergewicht und Bewegungsmangel. Daneben gibt es den Schwangerschaftsdiabetes und seltenere Formen, etwa durch Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse oder genetische Ursachen.

Symptome

Typische Zeichen hoher Blutzuckerwerte sind starker Durst, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit, Gewichtsverlust, schlecht heilende Wunden und häufige Infekte. Typ-2-Diabetes verursacht anfangs oft keine Beschwerden und wird daher häufig zufällig entdeckt. Beim Typ-1-Diabetes können die Beschwerden rasch einsetzen und bis zu einer lebensbedrohlichen Ketoazidose führen.

Diagnose

Die Diagnose stützt sich auf den Nüchternblutzucker, einen Gelegenheitsblutzucker, den oralen Glukosetoleranztest oder den HbA1c-Wert, der den durchschnittlichen Blutzucker der letzten zwei bis drei Monate widerspiegelt. Ein HbA1c ab 6,5 Prozent gilt als diagnostisch, Werte zwischen 5,7 und 6,4 Prozent als Hinweis auf Prädiabetes.

Folgeerkrankungen

Dauerhaft erhöhter Blutzucker schädigt große und kleine Blutgefäße sowie Nerven. Mögliche Folgen sind Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenschäden, Netzhautschäden, Nervenschäden und das diabetische Fußsyndrom. Regelmäßige Kontrollen von Augen, Nieren und Füßen helfen, Schäden früh zu erkennen.

Behandlung

Beim Typ-2-Diabetes stehen Ernährung, Bewegung und gegebenenfalls Gewichtsabnahme am Anfang. Erstes Medikament ist häufig Metformin; bei Herz- oder Nierenerkrankungen werden zusätzlich SGLT2-Hemmer oder GLP-1-Rezeptoragonisten eingesetzt, die auch Herz und Nieren schützen können. Reicht das nicht, kommt Insulin hinzu. Beim Typ-1-Diabetes ist Insulin unverzichtbar, heute oft mit Insulinpumpe und kontinuierlicher Glukosemessung. Schulungen sind fester Bestandteil der Behandlung.

Wann zum Arzt?

Bei typischen Symptomen, familiärer Belastung oder Übergewicht ist eine Blutzuckerkontrolle sinnvoll; ab 35 Jahren gehört sie zum Check-up. Starke Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, tiefe Atmung oder Bewusstseinsstörungen bei Diabetes erfordern sofortige ärztliche Hilfe.

Verwandte Begriffe im Lexikon

Typ-1-Diabetes, Typ-2-Diabetes, Insulin, Insulinresistenz, HbA1c, Prädiabetes, Metformin, SGLT2-Hemmer, GLP-1-Rezeptoragonist, Diabetischer Fuß

Quellen

  • Bundesärztekammer, KBV, AWMF: Nationale VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes, leitlinien.de
  • Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG): S3-Leitlinie Therapie des Typ-1-Diabetes
  • Robert Koch-Institut: Diabetes-Surveillance, diabsurv.rki.de
  • IQWiG: gesundheitsinformation.de – Gesundheitsinformationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder apothekerliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Stand: Oktober 2026.