Medizin-Lexikon › Depression (Kurzdefinition)
Kurz erklärt: Eine Depression ist eine ernsthafte, gut behandelbare psychische Erkrankung, die Stimmung, Antrieb, Denken und Körper beeinflusst. Sie ist weit verbreitet: Jede fünfte bis sechste Person erkrankt im Laufe des Lebens daran.
Anzeichen
Hauptmerkmale sind eine anhaltend gedrückte Stimmung, Interessen- und Freudlosigkeit sowie Antriebsmangel und schnelle Ermüdbarkeit über mindestens zwei Wochen. Hinzu kommen häufig Schlafstörungen, Appetitveränderungen, Konzentrationsprobleme, Schuldgefühle, ein geringes Selbstwertgefühl, Hoffnungslosigkeit und körperliche Beschwerden wie Schmerzen. Manche Betroffene haben Gedanken, nicht mehr leben zu wollen.
Ursachen
Depressionen entstehen aus einem Zusammenspiel von Veranlagung, Veränderungen im Botenstoffhaushalt und in Stresssystemen des Gehirns, belastenden Lebensereignissen, chronischem Stress und Persönlichkeitsfaktoren. Auch körperliche Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion, chronische Schmerzen oder bestimmte Medikamente können beteiligt sein.
Diagnose
Die Diagnose wird im Gespräch anhand festgelegter Kriterien gestellt; Fragebögen können helfen. Körperliche Ursachen werden durch Untersuchung und Labortests ausgeschlossen. Je nach Zahl und Stärke der Beschwerden unterscheidet man leichte, mittelgradige und schwere Episoden.
Behandlung
Wirksam sind Psychotherapie, etwa kognitive Verhaltenstherapie, und Antidepressiva wie SSRI; bei mittelgradigen und schweren Depressionen wird oft beides kombiniert. Antidepressiva wirken meist erst nach zwei bis vier Wochen und sollten nicht abrupt abgesetzt werden. Ergänzend helfen Bewegung, eine geregelte Tagesstruktur und bei saisonaler Depression Lichttherapie. Bei schweren, therapieresistenten Verläufen stehen weitere Verfahren wie Esketamin oder Elektrokonvulsionstherapie zur Verfügung. Digitale Gesundheitsanwendungen können die Behandlung unterstützen.
Hilfe in akuten Krisen
Bei Gedanken an Suizid ist sofortige Hilfe wichtig: Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenlos unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 erreichbar, in akuter Gefahr der Notruf 112 oder die nächste psychiatrische Klinik. Für Angehörige gilt: Ansprechen hilft, Betroffene nicht allein lassen.
Verwandte Begriffe im Lexikon
Antidepressivum, Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), Psychotherapie, Kognitive Verhaltenstherapie, Dysthymie, Winterdepression, Postpartale Depression, Burnout, Psychische Krise
Quellen
- Bundesärztekammer, KBV, AWMF: Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, leitlinien.de
- Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention: deutsche-depressionshilfe.de
- IQWiG: gesundheitsinformation.de – Gesundheitsinformationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder apothekerliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Stand: Oktober 2026.