Gefäßlaser: Couperose, Rosazea-Rötungen, Feuermal, Blutschwamm

Erweiterte Äderchen im Gesicht, anhaltende Rötungen bei Rosazea oder ein Feuermal seit der Geburt: Bei solchen Gefäßveränderungen gehören Laser zu den am besten untersuchten Behandlungen. Sie verschließen gezielt kleine Blutgefäße unter der Haut. Wie das funktioniert, was realistisch ist und wo die Grenzen liegen, erklärt dieser Beitrag.

Wie wirkt ein Gefäßlaser?

Blut enthält Hämoglobin, das Licht im gelbgrünen und gelben Bereich besonders stark aufnimmt. Gefäßlaser senden genau solches Licht aus. Es dringt durch die Oberhaut, wird im Blut aufgenommen und in Wärme umgewandelt. Die Gefäßwand wird geschädigt, das Gefäß verschließt sich und wird vom Körper in den folgenden Wochen abgebaut. Damit die umgebende Haut möglichst wenig Wärme abbekommt, wird die Energie in kurzen Pulsen abgegeben und die Hautoberfläche gekühlt. Dieses Prinzip heißt selektive Photothermolyse und ist auf der Seite zu den Grundlagen der Lasermedizin ausführlicher erklärt.

Welche Laser kommen infrage?

LaserWellenlängeGeeignet vor allem für
Gepulster Farbstofflaser (PDL)ca. 585–595 nmFeuermal, Couperose, Rosazea-Rötung, rote Narben, oberflächliche Hämangiome
KTP-Laser532 nmeinzelne feine, sehr oberflächliche Äderchen im Gesicht
Nd:YAG-Laser1064 nmtiefere, dickere und bläuliche Gefäße, zum Beispiel Besenreiser an den Beinen

Der Farbstofflaser gilt nach der deutschen Leitlinie zur Lasertherapie der Haut als besonders geeignet für Feuermale und andere Gefäßveränderungen, auch bei Kindern. Der KTP-Laser wirkt nur bis in geringe Tiefe. Der Nd:YAG-Laser erreicht tiefere Gefäße, birgt bei wiederholter Behandlung derselben Stelle aber ein höheres Narbenrisiko. Auch IPL-Geräte werden bei Rötungen eingesetzt; sie sind keine Laser und weniger selektiv. In Deutschland dürfen Gefäßveränderungen mit Laser oder IPL zu kosmetischen Zwecken nur von Ärztinnen und Ärzten behandelt werden.

Couperose und Rosazea-Rötungen

Couperose bezeichnet sichtbar erweiterte Äderchen (Teleangiektasien) an Wangen und Nase. Sie tritt häufig im Rahmen einer Rosazea auf, einer chronisch-entzündlichen Hauterkrankung mit Rötung, Brennen und teils Knötchen und Pusteln. Der Laser kann die sichtbaren Gefäße und die flächige Rötung verringern, beeinflusst aber nicht die Neigung zur Rosazea selbst und kaum die entzündlichen Knötchen. Deshalb wird er häufig mit einer Behandlung durch Cremes oder Tabletten kombiniert. Neue Äderchen können sich mit der Zeit bilden, sodass manche Menschen später erneut behandelt werden. Auslöser wie starke Sonne, Hitze oder Alkohol zu meiden und konsequent Sonnenschutz zu verwenden, unterstützt das Ergebnis.

Feuermal und Blutschwamm bei Kindern

Feuermal (Naevus flammeus): Es handelt sich um eine angeborene Fehlbildung kleiner Hautgefäße. Ein Feuermal bildet sich nicht von selbst zurück und kann mit den Jahren dunkler und dicker werden. Viele Fachleute empfehlen, früh mit der Laserbehandlung zu beginnen, weil die Haut bei kleinen Kindern dünner ist und die behandelte Fläche kleiner. Meist sind viele Sitzungen über längere Zeit nötig. Eine deutliche Aufhellung ist häufig möglich, eine vollständige Entfernung gelingt nicht immer, und ein Nachdunkeln nach Jahren kommt vor. Liegt ein Feuermal an Stirn oder Augenlid, sollten zusätzlich Augen und Nervensystem ärztlich untersucht werden, weil es selten mit einer Gefäßfehlbildung an Auge oder Gehirn verbunden ist (Sturge-Weber-Syndrom).

Blutschwamm (infantiles Hämangiom): Das ist ein gutartiger Gefäßtumor, der in den ersten Lebenswochen auftaucht, einige Monate wächst und sich danach langsam zurückbildet. Viele Hämangiome brauchen keine Behandlung. Wachsen sie schnell, liegen sie an Auge, Nase, Lippe oder im Windelbereich, bluten oder entzünden sie sich, ist heute die Behandlung mit dem Betablocker Propranolol als Saft oft erste Wahl. Sie wird unter ärztlicher Kontrolle begonnen. Der Farbstofflaser kann bei sehr flachen, oberflächlichen Hämangiomen, bei offenen Stellen oder bei verbliebenen Äderchen nach der Rückbildung ergänzend sinnvoll sein.

Ablauf, Sitzungen und Nebenwirkungen

Vor der Behandlung wird die Diagnose gesichert. Die Haut sollte nicht frisch gebräunt sein. Der Laserimpuls fühlt sich wie das Schnalzen eines Gummibands an; gekühlt wird mit Kaltluft, Kontaktkühlung oder Kältespray. Bei kleinen Kindern und großen Flächen kann eine Betäubung oder Narkose nötig sein. Zwischen den Sitzungen liegen in der Regel mehrere Wochen. Wie viele Sitzungen nötig sind, hängt von Befund, Hauttyp und Gerät ab.

Häufige, meist vorübergehende Nebenwirkungen sind:

  • Rötung, Wärmegefühl und Schwellung, besonders um die Augen herum,
  • blau-violette Flecken (Purpura), vor allem beim Farbstofflaser mit kurzen Pulsen; sie halten nach der Leitlinie typischerweise etwa eine Woche an, manchmal länger,
  • Krusten und selten Bläschen,
  • Pigmentverschiebungen mit dunkleren oder helleren Flecken, besonders bei dunkler oder gebräunter Haut,
  • selten Narben, vor allem bei hoher Energie oder Infektion.

Nach der Behandlung sind Sonnenschutz und schonende Pflege wichtig. Krusten sollten nicht abgekratzt werden.

Häufige Fragen

Kann man Couperose dauerhaft weglasern?

Behandelte Äderchen bleiben meist verschlossen. Die Veranlagung bleibt jedoch, sodass sich mit der Zeit neue erweiterte Gefäße bilden können.

Tut ein Gefäßlaser weh?

Die meisten beschreiben ein kurzes Schnalzen oder Stechen. Kühlung lindert die Beschwerden; bei Kindern und großen Flächen kann eine Betäubung sinnvoll sein.

Wie lange sieht man die blauen Flecken?

Die Purpura nach dem Farbstofflaser hält typischerweise etwa eine Woche an, manchmal etwas länger. Mit anderen Einstellungen lässt sie sich verringern, die Wirkung je Sitzung kann dann aber geringer sein.

Ab wann kann ein Feuermal gelasert werden?

Eine Behandlung ist schon im Säuglingsalter möglich. Den passenden Zeitpunkt bespricht man am besten in einer auf Gefäßveränderungen spezialisierten Hautarzt- oder Kinderklinik.

Zahlt die Krankenkasse?

Bei medizinisch begründeten Behandlungen, etwa eines Feuermals, ist eine Kostenübernahme möglich und sollte vorher geklärt werden. Rein kosmetische Behandlungen sind in der Regel selbst zu zahlen.

Weiterlesen: Übersicht Laser-Medizin · Wie funktioniert ein Laser in der Medizin? · Wer darf lasern? · Rosazea · Besenreiser · Narbenkorrektur

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Er ist keine Werbung für bestimmte Behandlungen oder Anbieter.

Quellen