Laktoseintoleranz: Symptome, Test und Ernährung

Medizin-Lexikon › Laktoseintoleranz (Kurzdefinition)

Kurz erklärt: Bei einer Laktoseintoleranz wird Milchzucker (Laktose) im Dünndarm nur unzureichend gespalten, weil das Enzym Laktase fehlt oder vermindert ist. Der unverdaute Zucker gelangt in den Dickdarm und verursacht dort Beschwerden.

Ursachen

Weltweit verlieren die meisten Erwachsenen einen Teil ihrer Laktaseaktivität nach dem Abstillen – das ist die natürliche, genetisch bedingte Form. In Nordeuropa bleibt die Laktase dagegen bei vielen Menschen erhalten. Eine vorübergehende (sekundäre) Laktoseintoleranz kann nach Darminfektionen oder bei Erkrankungen wie Zöliakie auftreten.

Beschwerden

Etwa eine halbe bis zwei Stunden nach dem Verzehr laktosehaltiger Lebensmittel kommt es zu Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall oder Übelkeit. Die Stärke hängt von der aufgenommenen Menge und der individuellen Restaktivität ab. Eine Laktoseintoleranz ist keine Allergie und schädigt den Darm nicht.

Diagnose

Standard ist der H2-Atemtest: Nach dem Trinken einer Laktoselösung wird gemessen, ob vermehrt Wasserstoff ausgeatmet wird, der bei der bakteriellen Vergärung entsteht. Ergänzend kann ein Gentest die erbliche Form nachweisen. Ein mehrwöchiger Auslassversuch mit anschließender Belastung kann die Diagnose stützen.

Ernährung

Ein vollständiger Verzicht ist meist nicht nötig: Viele Betroffene vertragen kleinere Mengen, etwa einen Schluck Milch im Kaffee. Hartkäse und viele Joghurts enthalten wenig Laktose. Laktosefreie Produkte und Laktase-Präparate zu milchhaltigen Mahlzeiten können helfen. Wer Milchprodukte stark einschränkt, sollte auf eine ausreichende Calciumzufuhr achten.

Verwandte Begriffe im Lexikon

H2-Atemtest, Enzym, Dünndarm, Meteorismus, Diarrhö, Fruktoseintoleranz, Calcium, Reizdarmsyndrom

Quellen

  • Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Laktoseintoleranz
  • IQWiG: gesundheitsinformation.de – Gesundheitsinformationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder apothekerliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Stand: Oktober 2026.