Gürtelrose (Herpes zoster): Symptome, Therapie, Impfung

Medizin-Lexikon › Gürtelrose (Kurzdefinition)

Kurz erklärt: Die Gürtelrose (Herpes zoster) entsteht, wenn das Varizella-Zoster-Virus, das nach einer Windpockenerkrankung lebenslang in Nervenknoten ruht, wieder aktiv wird. Typisch ist ein schmerzhafter, meist einseitiger Bläschenausschlag.

Ursachen und Risikofaktoren

Das Risiko steigt mit dem Alter, weil die Immunabwehr gegen das Virus nachlässt. Auch eine geschwächte Abwehr durch Erkrankungen oder Medikamente, Stress und schwere Infekte begünstigen eine Reaktivierung. Wer nie Windpocken hatte, kann keine Gürtelrose bekommen, sich aber über den Bläscheninhalt mit Windpocken anstecken.

Symptome

Oft beginnt die Erkrankung mit Brennen, Kribbeln oder Schmerzen in einem Hautbezirk (Dermatom). Nach einigen Tagen bildet sich dort ein gürtel- oder streifenförmiger Ausschlag mit Bläschen, die nach etwa zwei bis vier Wochen abheilen. Häufig sind Rumpf und Gesicht betroffen.

Komplikationen

Die häufigste Komplikation ist die Post-Zoster-Neuralgie: Nervenschmerzen, die nach Abheilen des Ausschlags monatelang anhalten können. Ist das Gesicht, besonders Auge oder Ohr betroffen, drohen Seh- oder Hörschäden und Gesichtslähmungen.

Behandlung

Virushemmende Medikamente wie Aciclovir, Valaciclovir oder Brivudin wirken am besten, wenn sie innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten des Ausschlags begonnen werden. Sie werden besonders Menschen ab 50 Jahren, bei Befall von Kopf und Hals sowie bei geschwächtem Immunsystem empfohlen. Dazu kommt eine ausreichende Schmerztherapie.

Vorbeugung durch Impfung

Die STIKO empfiehlt die Impfung mit dem Totimpfstoff gegen Herpes zoster (zwei Dosen) allen Menschen ab 60 Jahren sowie Menschen ab 50 Jahren mit erhöhtem Risiko durch Grunderkrankungen oder Immunschwäche.

Verwandte Begriffe im Lexikon

Windpocken, Herpes, Dermatom, Neuralgie, Aciclovir, Virostatikum, Totimpfstoff, STIKO, Impfung

Quellen

  • Ständige Impfkommission (STIKO): Wissenschaftliche Begründung zur Empfehlung einer Impfung mit dem Herpes-zoster-subunit-Totimpfstoff, Epidemiologisches Bulletin 50/2018
  • Robert Koch-Institut (RKI): RKI-Ratgeber Windpocken und Herpes zoster
  • Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG): S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie des Zoster und der Postzosterneuralgie

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder apothekerliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Stand: Oktober 2026.