Medizin-Lexikon › Hypertonie (Kurzdefinition)
Kurz erklärt: Von Bluthochdruck (arterieller Hypertonie) spricht man, wenn der Blutdruck dauerhaft erhöht ist – nach europäischen Leitlinien ab Praxiswerten von 140/90 mmHg. Er verursacht lange keine Beschwerden, ist aber einer der wichtigsten Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall.
Ursachen und Risikofaktoren
In den meisten Fällen liegt eine primäre (essenzielle) Hypertonie vor, bei der Veranlagung, Alter, Übergewicht, Bewegungsmangel, salzreiche Ernährung, Alkohol und Stress zusammenwirken. Seltener ist der Bluthochdruck Folge einer anderen Erkrankung, etwa einer Nierenerkrankung, einer Nierenarterienstenose, hormoneller Störungen wie dem Conn-Syndrom oder einer Schlafapnoe.
Richtig messen
Einzelne Messungen in der Praxis können durch Aufregung erhöht sein. Aussagekräftiger sind Selbstmessungen zu Hause über mehrere Tage (Grenzwert meist 135/85 mmHg) oder eine 24-Stunden-Langzeitmessung. Gemessen wird nach einigen Minuten Ruhe im Sitzen, mit passender Manschette auf Herzhöhe.
Folgen
Dauerhaft erhöhter Druck schädigt Gefäße und Organe. Mögliche Folgen sind Arteriosklerose, koronare Herzkrankheit, Herzschwäche, Vorhofflimmern, Schlaganfall, Nierenschäden und Netzhautschäden.
Behandlung
Lebensstilmaßnahmen senken den Blutdruck messbar: Gewichtsreduktion bei Übergewicht, weniger Salz, regelmäßige Ausdauerbewegung, wenig Alkohol und Rauchstopp. Reicht das nicht, werden Medikamente eingesetzt, häufig ACE-Hemmer oder Sartane, Kalziumkanalblocker und Diuretika, oft als Kombination in einer Tablette. Der Zielwert wird individuell festgelegt. Medikamente sollten nicht eigenmächtig abgesetzt werden.
Wann zum Arzt – und wann zum Notarzt?
Wiederholt erhöhte Werte sollten ärztlich abgeklärt werden. Sehr hohe Werte zusammen mit Brustschmerz, Atemnot, Sehstörungen, Lähmungen oder Verwirrtheit sind ein Notfall (Notruf 112).
Verwandte Begriffe im Lexikon
Blutdruck, Langzeit-Blutdruckmessung, Hypertensive Krise, ACE-Hemmer, Sartane, Kalziumkanalblocker, Diuretikum, Arteriosklerose, Schlaganfall
Quellen
- European Society of Hypertension (ESH): Leitlinie zur Behandlung der arteriellen Hypertonie 2023
- European Society of Cardiology (ESC): Leitlinie zu erhöhtem Blutdruck und Hypertonie 2024
- Deutsche Hochdruckliga e. V.: Informationen zu Bluthochdruck
- IQWiG: gesundheitsinformation.de – Gesundheitsinformationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder apothekerliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Stand: Oktober 2026.