Nagelpilz: Erkennen, behandeln und vorbeugen

Medizin-Lexikon › Nagelpilz (Kurzdefinition)

Kurz erklärt: Nagelpilz (Onychomykose) ist eine Pilzinfektion der Finger- oder häufiger der Fußnägel. Die Nägel verfärben sich, werden dick und brüchig. Ohne Behandlung heilt Nagelpilz kaum von selbst ab.

Anzeichen

Meist beginnt die Infektion am vorderen Nagelrand mit weißlich-gelblichen Verfärbungen, die sich langsam zum Nagelbett ausbreiten. Später verdickt sich der Nagel, bröckelt und kann sich ablösen. Häufig besteht gleichzeitig ein Fußpilz.

Ansteckung und Risikofaktoren

Die Erreger, meist Fadenpilze, werden in feuchtwarmen Umgebungen wie Schwimmbädern, Saunen und Umkleiden übertragen. Begünstigend wirken Durchblutungsstörungen, Diabetes, ein geschwächtes Immunsystem, enges Schuhwerk und Fußpilz.

Behandlung

Vor der Behandlung sollte der Pilz möglichst durch eine Probe nachgewiesen werden, da auch andere Nagelerkrankungen ähnlich aussehen. Ist nur ein Teil des Nagels befallen, reichen oft wirkstoffhaltige Nagellacke mit Ciclopirox oder Amorolfin, die über viele Monate aufgetragen werden. Bei ausgedehntem Befall oder mehreren Nägeln werden zusätzlich Tabletten wie Terbinafin eingesetzt. Da ein Nagel langsam nachwächst, dauert die Behandlung oft sechs bis zwölf Monate.

Vorbeugung

Füße gründlich abtrocknen, auch zwischen den Zehen, in Gemeinschaftsduschen Badeschuhe tragen, Socken bei mindestens 60 °C waschen und Fußpilz frühzeitig behandeln senken das Risiko für Nagelpilz und Rückfälle.

Verwandte Begriffe im Lexikon

Fußpilz, Antimykotikum, Terbinafin, Candida, Diabetischer Fuß

Quellen

  • Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG): S1-Leitlinie Onychomykose
  • IQWiG: gesundheitsinformation.de – Gesundheitsinformationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder apothekerliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Stand: Oktober 2026.