Heuschnupfen: Symptome, Pollenzeiten und Behandlung

Medizin-Lexikon › Heuschnupfen (Kurzdefinition)

Kurz erklärt: Heuschnupfen, fachlich saisonale allergische Rhinitis, ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf Pollen von Bäumen, Gräsern oder Kräutern. Er gehört zu den häufigsten allergischen Erkrankungen.

Symptome

Typisch sind Niesattacken, eine laufende oder verstopfte Nase, juckende, tränende und gerötete Augen sowie Juckreiz im Rachen. Viele Betroffene fühlen sich müde und weniger leistungsfähig. Unbehandelt kann sich die Allergie auf die unteren Atemwege ausweiten und zu Asthma führen („Etagenwechsel“).

Auslöser und Pollenzeiten

In Mitteleuropa fliegen im Frühjahr vor allem Hasel-, Erlen- und Birkenpollen, im Frühsommer Gräser- und Roggenpollen und im Spätsommer Beifuß und Ambrosia. Durch den Klimawandel beginnen Pollensaisons tendenziell früher und dauern länger. Viele Pollenallergiker reagieren zudem auf bestimmte Obst- oder Gemüsesorten (Kreuzallergie).

Diagnose

Neben der Krankengeschichte helfen ein Haut-Pricktest und die Bestimmung spezifischer IgE-Antikörper im Blut, die Auslöser zu identifizieren.

Behandlung

Pollen lassen sich nie ganz meiden, doch Haare waschen vor dem Schlafen, Lüften zu pollenarmen Zeiten und Pollenschutzgitter helfen. Gegen die Beschwerden wirken moderne Antihistaminika wie Cetirizin oder Loratadin, kortisonhaltige Nasensprays und antiallergische Augentropfen. Abschwellende Nasensprays sollten nur wenige Tage verwendet werden. Die einzige ursächliche Behandlung ist die Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie) über drei Jahre, die das Asthmarisiko senken kann.

Wann zum Arzt?

Bei starken oder lang anhaltenden Beschwerden, Atemnot, pfeifender Atmung oder wenn rezeptfreie Mittel nicht ausreichen, ist eine allergologische Abklärung sinnvoll.

Verwandte Begriffe im Lexikon

Allergie, Rhinitis, Antihistaminikum, Cetirizin, Loratadin, Hyposensibilisierung, Prick-Test, Kreuzallergie, Asthma bronchiale

Quellen

  • Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI): Leitlinie zur (allergen-)spezifischen Immuntherapie bei IgE-vermittelten allergischen Erkrankungen
  • ARIA (Allergic Rhinitis and its Impact on Asthma): Leitlinien zur allergischen Rhinitis
  • Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst: pollenstiftung.de
  • IQWiG: gesundheitsinformation.de – Gesundheitsinformationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder apothekerliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Stand: Oktober 2026.