Medizin-Lexikon › Hautkrebs (Kurzdefinition)
Kurz erklärt: Hautkrebs ist die häufigste Krebsart in Deutschland. Man unterscheidet den schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom), der früh Metastasen bilden kann, und den deutlich häufigeren hellen Hautkrebs, vor allem Basalzell- und Plattenepithelkarzinome. Wichtigster vermeidbarer Risikofaktor ist UV-Strahlung.
Formen
Das Basalzellkarzinom (Basaliom) wächst langsam und bildet nur sehr selten Tochtergeschwulste, kann aber umliegendes Gewebe zerstören; es zeigt sich oft als glasiges, perlmuttartiges Knötchen mit feinen Äderchen. Das Plattenepithelkarzinom (Spinaliom) entsteht häufig aus Vorstufen, den aktinischen Keratosen, an sonnenexponierten Stellen wie Gesicht, Ohren, Glatze und Handrücken. Das maligne Melanom geht von den Pigmentzellen aus, ist seltener, aber gefährlicher, weil es früh streuen kann.
Risikofaktoren
Entscheidend ist die UV-Belastung: Sonnenbrände, besonders in Kindheit und Jugend, erhöhen das Melanomrisiko; die über das Leben angesammelte UV-Dosis begünstigt hellen Hautkrebs. Solarien erhöhen das Risiko ebenfalls; Minderjährigen ist ihre Nutzung in Deutschland verboten. Weitere Risikofaktoren sind ein heller Hauttyp, viele oder auffällige Muttermale, Melanome in der Familie, ein geschwächtes Immunsystem und höheres Alter.
Warnzeichen und Früherkennung
Bei Muttermalen hilft die ABCDE-Regel: Asymmetrie, unscharfe Begrenzung, unterschiedliche Farben (Colour), Durchmesser über etwa fünf Millimeter und Entwicklung, also Veränderungen in Größe, Form, Farbe oder Höhe. Auch neue Hautstellen, die jucken, bluten oder nicht abheilen, sollten angesehen werden. Gesetzlich Versicherte haben ab 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebs-Screening in der hausärztlichen oder hautärztlichen Praxis; manche Krankenkassen bieten es zusätzlich früher an. Wie bei jeder Früherkennung sind auch Fehlalarme und Überdiagnosen möglich.
Behandlung
Die meisten Hautkrebsformen werden operativ mit einem Sicherheitsabstand entfernt und sind in frühen Stadien sehr gut behandelbar. Bei hellem Hautkrebs und seinen Vorstufen kommen je nach Befund auch Cremes, Kälte-, Laser- oder photodynamische Therapie sowie Bestrahlung infrage. Fortgeschrittene Melanome werden heute zusätzlich mit Immuntherapien (Checkpoint-Inhibitoren) oder zielgerichteten Medikamenten behandelt, die die Prognose deutlich verbessert haben. Nach einer Hautkrebserkrankung sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen wichtig.
Sonnenschutz
Wirksamer Schutz besteht aus mehreren Bausteinen: die Mittagssonne meiden, Schatten suchen, Kleidung, Hut und Sonnenbrille tragen und unbedeckte Haut mit einem Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor und UVA-Schutz eincremen – ausreichend dick und nach dem Baden oder Schwitzen erneut. Sonnenschutzmittel verlängern die mögliche Aufenthaltsdauer in der Sonne nicht beliebig und sind kein Freibrief für lange Sonnenbäder. Säuglinge gehören nicht in die direkte Sonne. Am UV-Index lässt sich ablesen, wann Schutz besonders wichtig ist.
Verwandte Begriffe im Lexikon
Melanom, Basaliom, Plattenepithelkarzinom, Aktinische Keratose, Muttermal, ABCDE-Regel, Hautkrebs-Screening, Lichtschutzfaktor (LSF), UVA-Schutz, UV-Index
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Quellen
- Leitlinienprogramm Onkologie (DKG, DKH, AWMF): S3-Leitlinie „Prävention von Hautkrebs“, AWMF-Register 032-052OL
- Leitlinienprogramm Onkologie: S3-Leitlinie „Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Melanoms“, AWMF-Register 032-024OL
- Bundesamt für Strahlenschutz (BfS): Informationen zu UV-Strahlung, UV-Index und Sonnenschutz
- Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): Krebsfrüherkennungs-Richtlinie, Abschnitt Hautkrebs-Screening
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder apothekerliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Stand: Oktober 2026.