Kinder von Melanom-Überlebenden schützten sich nach einem Telemedizin-Programm besser vor der Sonne. Die Zahl der Sonnenbrände sank im Vergleich zu einem Kontrollprogramm aber nicht eindeutig.
Sonnenbrände in Kindheit und Jugend gehören zu den wichtigsten vermeidbaren Risikofaktoren für schwarzen Hautkrebs. Besonders gefährdet sind Kinder, in deren Familie bereits ein Melanom aufgetreten ist. Eine in JAMA Dermatology veröffentlichte Studie hat untersucht, ob ein Präventionsprogramm per Videosprechstunde helfen kann.
364 Familien in der Studie
Teilgenommen haben 364 Paare aus einem Elternteil, der ein Melanom überstanden hat, und einem Kind zwischen 8 und 17 Jahren. Alle Kinder hatten im Vorjahr mindestens einen Sonnenbrand gehabt. Per Zufall wurden die Familien entweder dem Programm FLARE oder einem Vergleichsprogramm zugeteilt, das ebenfalls über Sonnenschutz informierte.
Besseres Verhalten, gleiche Sonnenbrandrate
Beim wichtigsten Messwert, der Entwicklung der Sonnenbrände über die Zeit, gab es keinen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen. Direkt nach dem Programm berichtete die FLARE-Gruppe zwar über weniger Sonnenbrände, dieser Vorsprung hielt aber nicht an. Deutlich besser schnitt FLARE beim Schutzverhalten ab: Die Kinder nutzten häufiger Sonnencreme, Kleidung und Schatten, und das auch noch bei der zweiten Nachuntersuchung.
Einordnung der Redaktion
Das Ergebnis zeigt, wie schwer es ist, Verhalten dauerhaft so zu ändern, dass Sonnenbrände wirklich ausbleiben. Da auch die Vergleichsgruppe ein Informationsprogramm erhielt, könnte der Unterschied zur Standardversorgung größer sein. Für Familien mit Melanom-Vorgeschichte bleibt der Rat: Mittagssonne meiden, Kleidung und Hut nutzen, Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor regelmäßig nachcremen und die Haut ab dem Erwachsenenalter regelmäßig ärztlich untersuchen lassen.
Quellen
- JAMA Dermatology, 2026 (FLARE-Studie) – zusammengefasst in: Dermatology Times, Journal Digest vom 14.10.2026



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