Gicht: Ursachen, Anfall und Behandlung

Medizin-Lexikon › Gicht (Kurzdefinition)

Kurz erklärt: Gicht ist eine entzündliche Gelenkerkrankung, die durch einen dauerhaft erhöhten Harnsäurespiegel im Blut entsteht. Harnsäurekristalle lagern sich in Gelenken ab und lösen plötzliche, sehr schmerzhafte Entzündungen aus, am häufigsten im Großzehengrundgelenk.

Ursachen

Meist scheidet die Niere erblich bedingt zu wenig Harnsäure aus. Begünstigend wirken purinreiche Ernährung mit viel Fleisch, Innereien und Meeresfrüchten, Alkohol, insbesondere Bier, zuckerhaltige Getränke mit Fruchtzucker, Übergewicht, Nierenerkrankungen und Medikamente wie bestimmte Entwässerungstabletten. Männer sind deutlich häufiger betroffen, Frauen meist erst nach den Wechseljahren.

Der Gichtanfall

Typisch ist ein plötzlicher, oft nächtlicher Beginn mit stärksten Schmerzen, Rötung, Schwellung und Überwärmung eines Gelenks. Schon leichte Berührung ist kaum zu ertragen. Ohne Behandlung klingt ein Anfall nach einigen Tagen bis Wochen ab, kehrt aber häufig wieder.

Akutbehandlung

Im Anfall helfen nichtsteroidale Antirheumatika, Kortison oder niedrig dosiertes Colchicin, möglichst früh eingenommen. Kühlen und Hochlagern lindern zusätzlich.

Langzeitbehandlung

Bei wiederholten Anfällen, Gichtknoten (Tophi), Nierensteinen oder Gelenkschäden wird die Harnsäure dauerhaft gesenkt, meist mit Allopurinol oder Febuxostat. Ziel ist ein Wert unter 6 mg/dl. In den ersten Monaten können Anfälle vermehrt auftreten, deshalb wird oft vorbeugend Colchicin oder ein Schmerzmittel gegeben. Gewichtsabnahme, wenig Alkohol und Fruchtzucker sowie ausreichend Trinken unterstützen die Behandlung.

Wann zum Arzt?

Ein plötzlich gerötetes, geschwollenes und sehr schmerzhaftes Gelenk sollte ärztlich untersucht werden, besonders bei Fieber, da eine Gelenkinfektion ähnlich aussehen kann.

Verwandte Begriffe im Lexikon

Harnsäure, Arthritis, Allopurinol, NSAR, Kortison, Nierensteine, Gelenk, Metabolisches Syndrom

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Quellen

  • Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh): S3-Leitlinie Gichtarthritis, AWMF-Register 060-005
  • European Alliance of Associations for Rheumatology (EULAR): Empfehlungen zum Management der Gicht
  • IQWiG: gesundheitsinformation.de – Gesundheitsinformationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder apothekerliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Stand: Oktober 2026.