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Welches Organ altert schneller? KI liest das biologische Alter aus Gewebeproben

Gewebeschnitt unter dem Mikroskop

Unser Körper altert nicht im Gleichschritt. Eine im August 2026 in Nature Medicine veröffentlichte Studie aus Wien zeigt, dass einzelne Organe sehr unterschiedlich schnell altern – und dass sich ihr biologisches Alter womöglich bald über eine Blutprobe abschätzen lässt.

So wurde untersucht

Das Team um André Rendeiro vom CeMM, dem Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, nutzte Gewebeproben aus dem US-Projekt GTEx. Insgesamt 25.712 mikroskopische Gewebeaufnahmen von 983 Verstorbenen aus 40 Gewebearten – von Gehirn und Herz über Lunge und Niere bis zur Haut – wurden in rund 480 Millionen Bildausschnitte zerlegt und von lernenden Bilderkennungsmodellen ausgewertet.

Daraus entstanden organspezifische „Gewebeuhren“, die das biologische Alter eines Gewebes mit einer mittleren Abweichung von 4,9 Jahren schätzen. Anschließend verknüpften die Forschenden diese Werte mit Genaktivitätsdaten aus dem Blut derselben Personen.

Die wichtigsten Ergebnisse

  • Frühe Alterung: Lunge, Niere, Bauchspeicheldrüse und Nebenniere zeigten schon zwischen 20 und 40 Jahren beschleunigte Alterungszeichen.
  • Gebärmutter: deutlicher Sprung rund um die Wechseljahre.
  • Krankheiten: Nierenversagen ging mit beschleunigter Alterung in mehreren Geweben einher, Diabetes besonders in der Bauchspeicheldrüse.
  • Bluttest: Aus Blutdaten abgeleitete Signaturen erkannten Alterungsmuster, die mit Alzheimer (vor allem im Gehirn), Morbus Crohn (im Verdauungstrakt), Diabetes oder Schlaganfall verbunden waren.

Einordnung

Bisherige Alterstests wie epigenetische Uhren liefern meist eine einzige Zahl für den ganzen Körper. Organspezifische Messungen könnten dagegen zeigen, wo Prävention ansetzen sollte – und wie gut neue Anti-Aging-Therapien einzelne Organe tatsächlich erreichen. Noch ist das Forschung: Alle Daten stammen aus einer einzigen Quelle, die Ergebnisse beschreiben Zusammenhänge, keine Ursachen, und die Genauigkeit des Bluttests muss in unabhängigen Gruppen lebender Menschen bestätigt werden. Finanziert wurde die Studie unter anderem von Angelini Ventures.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Quellen

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