Medizin-Lexikon › Menopause (Kurzdefinition)
Kurz erklärt: Die Wechseljahre (Klimakterium) sind die Übergangsphase, in der die Eierstöcke ihre Hormonproduktion allmählich einstellen. Die Menopause ist der Zeitpunkt der letzten Regelblutung und liegt in Deutschland im Durchschnitt um das 51. Lebensjahr.
Was passiert im Körper?
In der Perimenopause schwanken die Hormone stark, der Zyklus wird unregelmäßig. Danach sinken Östrogen und Progesteron dauerhaft ab. Die Menopause wird rückblickend festgestellt, wenn zwölf Monate keine Blutung mehr aufgetreten ist.
Typische Beschwerden
Viele Frauen erleben Hitzewallungen, nächtliches Schwitzen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Konzentrationsprobleme, Gelenkbeschwerden sowie Scheidentrockenheit und Beschwerden beim Wasserlassen. Ausprägung und Dauer sind sehr unterschiedlich; Hitzewallungen können über mehrere Jahre anhalten. Langfristig steigen das Osteoporose- und das Herz-Kreislauf-Risiko.
Hormontherapie
Gegen ausgeprägte Hitzewallungen ist eine Hormonersatztherapie mit Östrogen am wirksamsten; Frauen mit Gebärmutter erhalten zusätzlich ein Gestagen zum Schutz der Gebärmutterschleimhaut. Bei Beginn vor dem 60. Lebensjahr oder innerhalb von zehn Jahren nach der Menopause überwiegt bei behandlungsbedürftigen Beschwerden meist der Nutzen. Mögliche Risiken sind unter anderem Thrombosen, je nach Präparat und Dauer ein leicht erhöhtes Brustkrebsrisiko und Schlaganfälle. Pflaster oder Gel über die Haut gelten als günstiger für das Thromboserisiko. Die Entscheidung sollte individuell und regelmäßig überprüft werden.
Weitere Möglichkeiten
Bei Scheidentrockenheit helfen örtlich angewendetes Östrogen in niedriger Dosis sowie Gleitmittel und Feuchtigkeitsgele. Gegen Hitzewallungen gibt es auch hormonfreie Medikamente, etwa bestimmte Antidepressiva oder neuere Wirkstoffe, die im Gehirn an der Temperaturregulation ansetzen. Kognitive Verhaltenstherapie, Bewegung, Gewichtsreduktion und der Verzicht auf Rauchen können Beschwerden lindern. Für viele pflanzliche Präparate ist die Wirksamkeit nur schwach belegt.
Wann zum Arzt?
Belastende Beschwerden, Blutungen nach der Menopause oder sehr starke, unregelmäßige Blutungen in der Übergangszeit sollten gynäkologisch abgeklärt werden. Eine Blutung nach mehr als zwölf blutungsfreien Monaten muss immer untersucht werden.
Verwandte Begriffe im Lexikon
Perimenopause, Hitzewallungen, Östrogen, Progesteron, Hormonersatztherapie, Scheidentrockenheit, Osteoporose, Gebärmutterkrebs
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): S3-Leitlinie Peri- und Postmenopause – Diagnostik und Interventionen, AWMF-Register 015-062
- North American Menopause Society: The 2022 Hormone Therapy Position Statement
- IQWiG: gesundheitsinformation.de – Gesundheitsinformationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder apothekerliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Stand: Oktober 2026.