Vitamin D: Funktion, Mangel und Bedarf

Medizin-Lexikon › Vitamin D (Kurzdefinition)

Kurz erklärt: Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin, das der Körper zum größten Teil selbst bildet, wenn die Haut UV-B-Strahlung ausgesetzt ist. Es reguliert vor allem den Calcium- und Phosphathaushalt und ist damit wichtig für gesunde Knochen.

Funktionen

Aktives Vitamin D (Calcitriol) fördert die Aufnahme von Calcium und Phosphat aus dem Darm und den Einbau in den Knochen. Zudem wirkt es auf Muskeln und Immunsystem. Viele weitere Effekte, etwa auf Herz, Krebs oder Infekte, werden erforscht; große Studien konnten bei gut versorgten Menschen bisher meist keinen zusätzlichen Nutzen durch Präparate zeigen.

Mangel und Risikogruppen

In Mitteleuropa reicht die Sonne von etwa Oktober bis März kaum für die Eigenbildung. Gefährdet sind ältere Menschen, Menschen, die sich wenig im Freien aufhalten oder die Haut bedecken, Menschen mit dunklerer Haut, Säuglinge sowie Menschen mit bestimmten Darm-, Leber- oder Nierenerkrankungen. Ein ausgeprägter Mangel kann bei Kindern zu Rachitis und bei Erwachsenen zu Osteomalazie führen und das Osteoporoserisiko erhöhen.

Messung und Bedarf

Der Versorgungsstatus wird über 25-Hydroxy-Vitamin-D im Blut bestimmt. Für Säuglinge wird im ersten Lebensjahr eine Vitamin-D-Prophylaxe empfohlen. Für Erwachsene geben Fachgesellschaften wie die DGE einen Schätzwert von 20 Mikrogramm (800 IE) pro Tag an, falls die Eigenbildung fehlt. Ob und in welcher Dosis eine Ergänzung sinnvoll ist, sollte individuell geklärt werden.

Vorsicht vor Überdosierung

Da Vitamin D im Fettgewebe gespeichert wird, kann eine langfristig zu hohe Einnahme zu erhöhtem Calcium im Blut mit Übelkeit, Herzrhythmusstörungen und Nierenschäden führen. Hochdosierte Präparate sollten deshalb nicht ohne ärztliche Rücksprache eingenommen werden.

Verwandte Begriffe im Lexikon

Calcium, Phosphat, Osteoporose, Osteomalazie, Rachitis, Hyperkalzämie, Nahrungsergänzungsmittel, UV-Strahlung

Weiterlesen auf Medizin Aktuell

Quellen

  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Vitamin D
  • Robert Koch-Institut (RKI): Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Vitamin D
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Fragen und Antworten zu Vitamin D

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder apothekerliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Stand: Oktober 2026.