Medizin-Lexikon › PCO-Syndrom (Kurzdefinition)
Kurz erklärt: Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine der häufigsten Hormonstörungen bei Frauen im gebärfähigen Alter. Typisch sind unregelmäßige oder ausbleibende Eisprünge, erhöhte männliche Hormone und häufig Stoffwechselveränderungen wie eine Insulinresistenz.
Anzeichen
Häufige Beschwerden sind unregelmäßige oder ausbleibende Regelblutungen, Schwierigkeiten schwanger zu werden, vermehrte Körperbehaarung nach männlichem Muster, Akne und Haarausfall am Oberkopf. Viele Betroffene haben Übergewicht, PCOS kommt aber auch bei normalgewichtigen Frauen vor.
Ursachen
PCOS entsteht aus einem Zusammenspiel von Veranlagung, hormonellen Regelkreisen und Stoffwechsel. Eine Insulinresistenz steigert die Bildung männlicher Hormone in den Eierstöcken, was die Reifung der Eibläschen stört. Viele kleine, nicht gesprungene Follikel erscheinen im Ultraschall als „Zysten“, daher der Name.
Diagnose
Nach den Rotterdam-Kriterien wird PCOS diagnostiziert, wenn zwei von drei Merkmalen vorliegen: Zyklusstörungen, erhöhte männliche Hormone im Blut oder deren Zeichen an der Haut sowie typisch veränderte Eierstöcke im Ultraschall. Andere Ursachen, etwa Schilddrüsen- oder Prolaktinstörungen, werden ausgeschlossen. Auch Blutzucker und Blutfette sollten untersucht werden.
Behandlung
Bei Übergewicht kann schon eine Gewichtsabnahme von fünf bis zehn Prozent den Zyklus normalisieren. Ohne Kinderwunsch regulieren hormonelle Verhütungsmittel die Blutung und bessern Haut und Behaarung. Metformin kann den Stoffwechsel verbessern. Bei Kinderwunsch wird der Eisprung meist mit Letrozol ausgelöst. Hautveränderungen werden dermatologisch behandelt.
Langfristige Gesundheit
Frauen mit PCOS haben ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes, Schwangerschaftsdiabetes, Fettstoffwechselstörungen, Schlafapnoe und depressive Verstimmungen. Regelmäßige Kontrollen und ein gesunder Lebensstil sind daher auch unabhängig vom Kinderwunsch wichtig.
Verwandte Begriffe im Lexikon
Eierstöcke, Ovulation, Insulinresistenz, Hirsutismus, Akne, Metformin, Infertilität, Amenorrhö
Quellen
- Monash University, ESHRE, ASRM u. a.: International Evidence-based Guideline for the Assessment and Management of Polycystic Ovary Syndrome 2023
- Deutsche Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin (DGGEF)
- IQWiG: gesundheitsinformation.de – Gesundheitsinformationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder apothekerliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Stand: Oktober 2026.