Facelift: Techniken, Heilung und Risiken

Medizin-Lexikon › Facelift (Kurzdefinition)

Kurz erklärt: Ein Facelift (Gesichtsstraffung, Rhytidektomie) ist eine Operation, bei der erschlaffte Haut und darunterliegendes Gewebe im unteren Gesicht und oft auch am Hals angehoben und gestrafft werden. Es kann hängende Wangen, Hängebäckchen an der Kieferlinie und eine schlaffe Halshaut verbessern, hält das Altern aber nicht auf und verändert die Hautoberfläche selbst kaum.

Wie funktioniert ein Facelift?

Mit den Jahren verliert die Haut an Elastizität, Fettpolster im Gesicht verlagern sich nach unten und schwinden teilweise, und auch die Halteapparate des Gewebes lockern sich. Beim früher üblichen reinen Hautlift wurde nur die Haut gestrafft, was oft maskenhaft wirkte und nicht lange hielt. Heute wird meist die tiefere Bindegewebs-Muskel-Schicht (SMAS) mitbehandelt: Sie wird gerafft, gefaltet oder als eigene Schicht angehoben. Bei der Deep-Plane-Technik wird unter dieser Schicht präpariert, um Wangengewebe als Einheit zu verlagern. Kleinere Varianten wie das Mini-Lift arbeiten mit kürzeren Schnitten, haben aber auch begrenztere Effekte. Welche Technik passt, hängt vom Befund und von der Erfahrung der Operierenden ab; eindeutig überlegen ist keine für alle Fälle.

Ablauf der Operation

Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose oder in örtlicher Betäubung mit Dämmerschlaf und dauert meist mehrere Stunden. Der Schnitt verläuft typischerweise von der Schläfe im Haaransatz vor dem Ohr entlang, um das Ohrläppchen herum und hinter dem Ohr in den Haaransatz. Für den Hals kommt oft ein kleiner Schnitt unter dem Kinn hinzu (Halslift). Häufig wird das Facelift mit einer Lidstraffung, einem Eigenfetttransfer oder einer Fettabsaugung am Hals kombiniert. Überschüssige Haut wird spannungsarm entfernt; Drainagen und ein Kompressionsverband können für kurze Zeit nötig sein.

Heilung und Verlauf

Schwellungen, Blutergüsse und ein Spannungs- oder Taubheitsgefühl an Wangen und Ohren sind in den ersten Wochen normal. Viele Menschen fühlen sich nach etwa zwei bis drei Wochen wieder gesellschaftsfähig; Restschwellungen und Gefühlsstörungen können aber mehrere Monate anhalten. Die Narben sind anfangs gerötet und verblassen meist innerhalb eines Jahres. Kopfhochlagerung, Kühlung und der Verzicht auf schwere körperliche Belastung in den ersten Wochen unterstützen die Heilung. Das Gewebe altert danach weiter; viele Effekte bleiben zwar über Jahre sichtbar, eine Garantie für eine bestimmte Haltbarkeit gibt es nicht.

Risiken und Grenzen

  • Nachblutung und Hämatom: die häufigste frühe Komplikation, besonders bei Bluthochdruck; größere Hämatome müssen operativ entlastet werden.
  • Durchblutungsstörungen der Haut bis hin zu Wundheilungsstörungen, deutlich häufiger bei Rauchenden
  • Verletzung von Ästen des Gesichtsnervs (Nervus facialis) mit Schwäche der Mimik, meist vorübergehend, selten bleibend
  • Taubheitsgefühl, besonders am Ohr
  • auffällige, verbreiterte Narben, veränderte Haaransatzlinie oder verzogene Ohrläppchen
  • Asymmetrien oder ein unnatürlich gespannter Eindruck
  • allgemeine OP-Risiken wie Infektion, Thrombose und Narkoserisiken

Feine Fältchen, Pigmentflecken und Hauttextur verbessert ein Facelift kaum; dafür kommen eher Peelings oder Laserbehandlungen infrage.

Alternativen

Je nach Befund können Filler, Botulinumtoxin, Fadenlifting oder energiebasierte Verfahren wie Ultraschall- oder Radiofrequenzbehandlungen erwogen werden. Sie sind weniger belastend, wirken aber deutlich geringer und vorübergehend und haben eigene Risiken. Bei ausgeprägter Gewebeerschlaffung ersetzen sie eine Operation nicht.

Kosten und wichtig zu wissen

Ein ästhetisches Facelift ist eine Selbstzahlerleistung; die Krankenkasse übernimmt keine Kosten, und bei Folgebehandlungen von Komplikationen kann sie Versicherte nach § 52 SGB V an den Kosten beteiligen. Wichtig sind eine Operateurin oder ein Operateur mit Facharzttitel für Plastische und Ästhetische Chirurgie oder vergleichbarer Qualifikation, ein ausführliches Aufklärungsgespräch, ausreichende Bedenkzeit und realistische Erwartungen. Rauchen sollte mehrere Wochen vor und nach dem Eingriff unterbleiben; blutverdünnende Mittel und Bluthochdruck müssen vorher besprochen werden. Bei sehr großen Sorgen um das Aussehen trotz geringer Veränderungen ist eine psychologische Abklärung sinnvoll.

Verwandte Begriffe im Lexikon

Halslift, Blepharoplastik, Fadenlifting, Hautalterung, Hämatom, Nervus facialis, Fazialisparese, Filler, Körperdysmorphe Störung

Quellen

  • Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC): Patienteninformationen zur Gesichtsstraffung
  • American Society of Plastic Surgeons (ASPS): Facelift – Patient Information
  • Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC): Patienteninformationen
  • Bundesärztekammer: (Muster-)Weiterbildungsordnung – Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche, zahnärztliche oder apothekerliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Stand: Oktober 2026.