Medizin-Lexikon › Mastopexie (Kurzdefinition)
Kurz erklärt: Bei einer Bruststraffung (Mastopexie) wird eine hängende Brust operativ angehoben und neu geformt. Dazu wird überschüssige Haut entfernt, das Drüsengewebe höher positioniert und die Brustwarze mit dem Warzenhof nach oben versetzt. Das Brustvolumen ändert sich dabei kaum; soll die Brust zugleich größer oder kleiner werden, wird die Straffung mit einer Vergrößerung oder Verkleinerung kombiniert. Narben sind unvermeidlich.
Wann kommt eine Bruststraffung infrage?
Mit der Zeit verliert die Brust an Spannkraft. Schwangerschaften und Stillzeiten, deutliche Gewichtsschwankungen, das natürliche Altern, die Schwerkraft und eine genetisch bedingt weiche Haut tragen dazu bei. Typische Zeichen sind eine Brustwarze, die auf oder unter Höhe der Unterbrustfalte liegt, ein nach unten gerichteter Warzenhof und ein leer wirkender oberer Brustanteil. Eine Bruststraffung ist eine ästhetische Entscheidung und medizinisch in der Regel nicht notwendig. Günstige Voraussetzungen sind ein stabiles Körpergewicht, eine abgeschlossene Familienplanung, Nichtrauchen und eine unauffällige Brustkrebs-Vorsorge. Vor der Operation werden je nach Alter und Risiko eine Ultraschalluntersuchung oder Mammographie empfohlen.
Techniken und Narben
Die Wahl der Methode richtet sich danach, wie stark die Brust hängt und wie viel Haut entfernt werden muss:
- Periareoläre Technik: Schnitt rund um den Warzenhof, für geringe Befunde; die Narbe liegt am Rand des Warzenhofs, der Warzenhof kann sich aber verbreitern.
- Vertikale Technik: zusätzlich ein senkrechter Schnitt vom Warzenhof zur Unterbrustfalte; häufig bei mittlerem Befund.
- T-Schnitt (Anker-Schnitt): zusätzlich eine Narbe in der Unterbrustfalte, bei ausgeprägtem Hautüberschuss.
Fehlt der Brust Volumen, kann ein Implantat oder Eigenfett eingesetzt werden. Die Kombination von Straffung und Implantat ist technisch anspruchsvoller und geht in Studien mit einer höheren Rate an Korrekturoperationen einher als jeder Eingriff für sich; manche Operateure führen beide Schritte deshalb getrennt durch. Die Operation erfolgt in Vollnarkose und dauert meist zwei bis drei Stunden.
Heilung und Verlauf
Nach dem Eingriff wird für mehrere Wochen ein gut sitzender Stütz-BH getragen. Schwellungen, Spannungsgefühle und Blutergüsse klingen in den ersten Wochen ab; die endgültige Form stellt sich erst nach einigen Monaten ein, weil sich das Gewebe noch setzt. Körperlich leichte Arbeit ist oft nach ein bis zwei Wochen möglich, Sport und schweres Heben erst nach mehreren Wochen und ärztlicher Freigabe. Die Narben sind anfangs gerötet und verblassen meist innerhalb von ein bis zwei Jahren, bleiben aber sichtbar. Wie lange das Ergebnis hält, hängt von Gewebequalität, Gewichtsverlauf und weiteren Schwangerschaften ab; die Brust kann mit der Zeit erneut absinken.
Risiken und Komplikationen
- Wundheilungsstörungen, vor allem am Treffpunkt der Schnitte beim T-Schnitt; deutlich häufiger bei Rauchenden
- Nachblutungen, Blutergüsse, Infektionen, Serome
- verbreiterte, gerötete oder wulstige Narben bis hin zu Keloiden
- veränderte, verminderte oder selten verstärkte Empfindlichkeit der Brustwarzen
- Durchblutungsstörungen des Warzenhofs bis zum teilweisen Gewebeverlust, selten
- Asymmetrien, Formunregelmäßigkeiten und Korrektureingriffe
- eingeschränkte Stillfähigkeit, weil Milchgänge durchtrennt werden können
- bei zusätzlichen Implantaten die typischen Implantatrisiken wie Kapselfibrose
Wie bei jeder Operation in Vollnarkose gibt es ein geringes Risiko für Thrombosen und Narkosekomplikationen.
Kosten und Krankenkasse
Eine Bruststraffung aus ästhetischen Gründen ist eine Selbstzahlerleistung. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten nur in Ausnahmefällen, etwa bei ausgeprägten Fehlbildungen oder als Angleichung der gesunden Seite im Rahmen einer Brustrekonstruktion nach Krebs; dafür ist vorab ein Antrag nötig. Kommt es nach einem ästhetischen Eingriff zu Komplikationen, kann die Kasse Versicherte nach § 52 SGB V an den Behandlungskosten beteiligen. Ein schriftlicher Kostenvoranschlag und Klarheit über mögliche Folgekosten sind daher sinnvoll.
Wichtig zu wissen
Vor der Entscheidung sollten ein ausführliches Aufklärungsgespräch mit einer Fachärztin oder einem Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie und eine ausreichende Bedenkzeit stehen. Dazu gehören Fragen nach Narbenverlauf, Stillwunsch, Haltbarkeit des Ergebnisses und dem Vorgehen bei Komplikationen. Nach der Operation bleibt die Brustkrebs-Früherkennung möglich; Narben und Gewebeveränderungen sollten dem Radiologen mitgeteilt werden. Als Alternativen kommen gut sitzende Büstenhalter, bei Volumenverlust ohne starken Hautüberschuss gegebenenfalls eine reine Vergrößerung oder bewusstes Abwarten bis nach Schwangerschaften in Betracht.
Verwandte Begriffe im Lexikon
Mammaaugmentation, Kapselfibrose, Brustverkleinerung, Lipofilling, Narbe, Keloid, Stillen, Mammographie, Serom
Quellen
- Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC): Patienteninformationen zur Bruststraffung
- American Society of Plastic Surgeons (ASPS): Breast Lift (Mastopexy) – Patient Information
- AWMF-S3-Leitlinie Prophylaxe der venösen Thromboembolie (VTE)
- Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V), § 52 Leistungsbeschränkung bei Selbstverschulden
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche, zahnärztliche oder apothekerliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Stand: Oktober 2026.