Medizin-Lexikon › Akne (Kurzdefinition)
Kurz erklärt: Akne (Acne vulgaris) ist eine sehr häufige Erkrankung der Talgdrüsenfollikel. Sie beginnt meist in der Pubertät und zeigt sich vor allem im Gesicht, auf Brust und Rücken mit Mitessern, Papeln und Pusteln.
Wie entsteht Akne?
Vier Vorgänge greifen ineinander: Die Talgdrüsen produzieren unter dem Einfluss von Androgenen mehr Talg, der Ausgang des Haarfollikels verhornt und verstopft, das Bakterium Cutibacterium acnes vermehrt sich im gestauten Talg, und es entsteht eine Entzündung. Erbliche Veranlagung spielt eine wichtige Rolle; auch bestimmte Medikamente, komedogene Kosmetika und hormonelle Veränderungen können Akne fördern. Der Einfluss der Ernährung wird diskutiert – Hinweise gibt es vor allem für sehr zuckerreiche Kost und Milchprodukte, die Datenlage ist aber nicht eindeutig.
Formen und Schweregrade
Man unterscheidet die Acne comedonica mit überwiegend offenen und geschlossenen Mitessern, die Acne papulopustulosa mit entzündlichen Knötchen und Pusteln sowie die schwere Acne conglobata mit tiefen, schmerzhaften Knoten, die Narben hinterlassen können. Sonderformen sind etwa die Spätakne bei Erwachsenen oder die durch Medikamente ausgelöste Akne.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad. Bei leichten Formen kommen äußerlich angewendete Wirkstoffe wie Benzoylperoxid, Retinoide (z. B. Adapalen) oder Azelainsäure infrage. Bei mittelschwerer Akne werden diese oft mit Antibiotika kombiniert, die wegen möglicher Resistenzen nur zeitlich begrenzt eingesetzt werden sollen. Schwere Verläufe werden häufig mit Isotretinoin behandelt, das wegen seines Fehlbildungsrisikos strenge Verhütungsauflagen hat. Bei Frauen können auch hormonelle Ansätze sinnvoll sein. Viele Mittel wirken erst nach mehreren Wochen; anfängliche Hautreizungen sind häufig.
Pflege im Alltag
Eine milde Reinigung, nicht komedogene Pflegeprodukte und das Vermeiden von Ausdrücken der Pickel helfen, Entzündungen und Narben vorzubeugen. Stark austrocknende oder alkoholhaltige Produkte können die Haut zusätzlich reizen.
Wann zum Arzt?
Bei entzündlichen Knoten, Narbenbildung, starkem Leidensdruck oder wenn rezeptfreie Maßnahmen nach etwa zwei bis drei Monaten keine Besserung bringen, ist eine hautärztliche Abklärung ratsam. Plötzlich auftretende Akne im Erwachsenenalter kann auch hormonelle Ursachen haben.
Verwandte Begriffe im Lexikon
Komedonen, Talgdrüsen, Benzoylperoxid, Retinoide, Azelainsäure, Isotretinoin, Rosazea, Narbe
Quellen
- Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG): S2k-Leitlinie zur Therapie der Akne, AWMF-Register 013-017
- European Dermatology Forum: European evidence-based (S3) guideline for the treatment of acne
- IQWiG: gesundheitsinformation.de – Gesundheitsinformationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder apothekerliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Stand: Oktober 2026.