Ein medizinischer Laser ist im Kern eine sehr genau steuerbare Lichtquelle. Ob er Haare entfernt, ein Feuermal aufhellt oder die Hornhaut des Auges formt, hängt vor allem von drei Dingen ab: der Wellenlänge, der Dauer des Lichtimpulses und der Energie. Wer diese Grundlagen kennt, kann Behandlungsangebote besser einordnen.
Was macht Laserlicht besonders?
Das Wort Laser ist eine Abkürzung und steht für Lichtverstärkung durch stimulierte Emission von Strahlung. In einem Lasermedium, zum Beispiel einem Kristall, einem Gas, einem Farbstoff oder einem Halbleiter, werden Atome mit Energie angeregt. Zwischen zwei Spiegeln wird das entstehende Licht immer weiter verstärkt, bis ein Teil davon als Strahl austritt. Das Ergebnis unterscheidet sich deutlich von einer Glühbirne: Laserlicht hat nahezu nur eine Wellenlänge, also eine einzige Farbe, seine Wellen schwingen im Gleichtakt, und der Strahl lässt sich sehr eng bündeln. Medizinisch genutzte Laser reichen vom ultravioletten über das sichtbare Licht bis weit in den Infrarotbereich, den das Auge nicht sieht. Gerade diese Bündelung macht Laser so präzise, aber auch gefährlich für die Augen.
Chromophore: Wer nimmt das Licht auf?
Licht wirkt im Gewebe nur dort, wo es aufgenommen (absorbiert) wird. Die Stoffe, die Licht bestimmter Wellenlängen besonders gut aufnehmen, nennt man Chromophore. In der Haut sind vier wichtig:
- Melanin, der braune Hautfarbstoff in Haaren und Pigmentflecken, nimmt Licht über einen breiten Bereich vom sichtbaren Licht bis ins nahe Infrarot auf.
- Hämoglobin, der rote Blutfarbstoff, absorbiert besonders gelbgrünes und gelbes Licht. Darauf beruhen Gefäßlaser.
- Wasser macht den größten Teil des Gewebes aus und nimmt vor allem langwelliges Infrarotlicht auf. Laser in diesem Bereich erhitzen oder verdampfen Gewebe sehr oberflächlich.
- Tätowierfarbe ist ein von außen eingebrachtes Chromophor. Jede Farbe benötigt eine passende Wellenlänge.
Grundsätzlich gilt: Längere Wellenlängen dringen tiefer in die Haut ein, solange sie nicht stark von Wasser geschluckt werden. Weil Melanin bei vielen Wellenlängen mit absorbiert, ist bei gebräunter oder dunkler Haut besondere Vorsicht nötig.
Selektive Photothermolyse und Pulsdauer
Das wichtigste Prinzip der modernen Laserdermatologie heißt selektive Photothermolyse. Gemeint ist: Man wählt eine Wellenlänge, die das Ziel gut aufnimmt, und gibt die Energie in einem Impuls ab, der kürzer ist als die Zeit, die das Ziel zum Abkühlen braucht (thermische Relaxationszeit). So erhitzt sich das Ziel stark, bevor die Wärme in das umliegende Gewebe abfließt. Kleine Ziele wie Pigmentkörnchen kühlen in Bruchteilen einer Mikrosekunde ab, größere Ziele wie Blutgefäße oder Haarwurzeln in Millisekunden. Daraus ergeben sich verschiedene Betriebsarten:
- Dauerstrich: Der Laser strahlt ohne Unterbrechung, etwa zum Schneiden oder Verdampfen mit dem CO2-Laser.
- Gepulst im Millisekundenbereich: geeignet für Gefäße und Haarfollikel.
- Gütegeschaltet (Q-switched), Nanosekunden: sehr kurze, energiereiche Pulse für Pigmente und Tätowierungen.
- Pikosekunden: noch kürzere Pulse, die Farbpartikel vor allem mechanisch zerkleinern.
Hinzu kommt die Kühlung der Hautoberfläche, etwa durch Kontaktkühlung oder Kältespray, damit die oberste Hautschicht geschont wird.
Ablativ, nicht-ablativ und fraktioniert
Ablative Laser wie der Erbium:YAG- oder der CO2-Laser tragen Gewebe ab, indem sie das darin enthaltene Wasser schlagartig verdampfen. Die Haut ist danach offen und braucht einige Tage bis Wochen zum Abheilen. Nicht-ablative Laser erwärmen tiefere Hautschichten, lassen die Oberfläche aber intakt; die Erholungszeit ist kürzer, die Wirkung je Sitzung meist geringer. Bei fraktionierten Verfahren wird nur ein Teil der Fläche in Form vieler mikroskopisch feiner Säulen behandelt, dazwischen bleibt gesunde Haut stehen und beschleunigt die Heilung. Fraktionierte Laser gibt es ablativ und nicht-ablativ. Eingesetzt werden sie vor allem bei Narben und lichtbedingten Hautveränderungen; Näheres dazu auf der Seite zum Laser-Skin-Resurfacing.
Wichtige Laser in der Medizin
| Lasertyp | Wellenlänge | Typische Einsatzbereiche |
|---|---|---|
| Excimer (Argonfluorid) | 193 nm | Hornhautchirurgie am Auge (LASIK, PRK) |
| Excimer (Xenonchlorid) | 308 nm | gezielte UV-Therapie, etwa bei Schuppenflechte oder Weißfleckenkrankheit |
| KTP (frequenzverdoppelter Nd:YAG) | 532 nm | feine oberflächliche Äderchen, oberflächliche Pigmentflecken |
| Gepulster Farbstofflaser (PDL) | ca. 585–595 nm | Feuermal, Couperose, Rosazea-Rötung, gerötete Narben |
| Alexandrit | 755 nm | Haarentfernung, Pigmente, bestimmte Tätowierfarben |
| Diodenlaser | ca. 800–810 nm | Haarentfernung; andere Diodenwellenlängen für weitere Zwecke |
| Nd:YAG | 1064 nm | tiefere Gefäße, Haarentfernung bei dunkler Haut, dunkle Tätowierungen; am Auge Nachstar-Behandlung |
| Thulium | ca. 1927 nm (Haut) bzw. um 2000 nm (Urologie) | fraktionierte Hautbehandlung; Gewebeabtragung in der Urologie |
| Holmium:YAG | ca. 2100 nm | Zertrümmern von Harnsteinen, Prostataeingriffe |
| Erbium:YAG | 2940 nm | ablativer Hautabtrag, Zahnmedizin |
| CO2 | 10 600 nm | Schneiden und Verdampfen von Gewebe, ablatives Resurfacing |
Die Tabelle zeigt typische Beispiele, keine vollständige Liste. Viele Geräte sind auf mehrere Einsatzbereiche einstellbar, und welcher Laser im Einzelfall passt, ist eine ärztliche Entscheidung.
IPL ist kein Laser
Geräte mit intensiv gepulstem Licht (IPL) arbeiten mit einer Blitzlampe. Sie geben kein einfarbiges, sondern breitbandiges Licht ab, das grob vom sichtbaren Bereich bis ins nahe Infrarot reicht; Filter schneiden kurze Wellenlängen ab. Weil das Spektrum breit ist, erreicht IPL mehrere Chromophore zugleich und ist weniger selektiv als ein Laser. Eingesetzt wird es vor allem zur Haarentfernung, bei Rötungen und bei Pigmentflecken. Die Wirkung beruht ebenfalls auf Wärme, und die Risiken für Haut und Augen sind real. Rechtlich behandelt die deutsche Strahlenschutzverordnung NiSV Laser und IPL weitgehend gleich.
Häufige Fragen
Ist Laserstrahlung radioaktiv oder krebserregend?
Nein. Laserlicht ist nichtionisierende optische Strahlung und nicht radioaktiv. Ultraviolette Laser können wie UV-Licht grundsätzlich die Haut belasten; die in der Ästhetik üblichen sichtbaren und infraroten Laser wirken vor allem über Wärme.
Warum tut eine Laserbehandlung weh?
Die Energie wird im Gewebe in Wärme umgewandelt. Das fühlt sich oft wie ein kurzes Schnalzen oder Brennen an. Kühlung und je nach Verfahren betäubende Cremes können die Beschwerden mindern.
Was ist der Unterschied zwischen Laser und IPL?
Ein Laser sendet Licht einer einzigen Wellenlänge aus und wirkt dadurch gezielter. IPL nutzt breitbandiges Blitzlicht, das gefiltert wird. Beide arbeiten über Wärme.
Warum ist dunkle oder gebräunte Haut ein Risiko?
Melanin nimmt Licht vieler Wellenlängen auf. Ist viel Pigment in der Oberhaut, kann diese mit erhitzt werden; mögliche Folgen sind Verbrennungen und Pigmentverschiebungen. Wellenlänge und Einstellungen müssen deshalb an den Hauttyp angepasst werden.
Was bedeutet fraktioniert?
Der Laser behandelt nur viele winzige Punkte statt der ganzen Fläche. Die unbehandelte Haut dazwischen hilft beim schnellen Abheilen.
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