Hyaluronsäure kennen die meisten aus Seren und Cremes. Immer häufiger wird sie aber auch als Trinkampulle oder Kapsel angeboten. Eine im Dezember 2025 in Scientific Reports veröffentlichte Studie aus Tschechien hat nun untersucht, ob die Einnahme messbare Effekte auf die Haut hat.
So wurde untersucht
An der randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Studie nahmen 150 gesunde Erwachsene zwischen 18 und 60 Jahren teil (Hauttypen I–III nach Fitzpatrick, Durchschnittsalter rund 43 Jahre). Sie tranken zwölf Wochen lang täglich 15 ml einer Lösung mit
- 60 mg Natriumhyaluronat,
- 120 mg Natriumhyaluronat oder
- einem Placebo (Xanthan).
Verwendet wurde hochmolekulare Hyaluronsäure (1,8 Megadalton) aus mikrobieller Herstellung. Gemessen wurden unter anderem Hautfeuchtigkeit, Wasserverlust über die Haut (ein Maß für die Hautbarriere), Fältchen um die Augen, Elastizität und Hautdichte.
Die Ergebnisse
- Hautfeuchtigkeit Wange (Hauptzielgröße): +9,1 % (60 mg) bzw. +11,5 % (120 mg) im Vergleich zu Placebo.
- Stirn: +8,7 % bzw. +7,2 % gegenüber Placebo.
- Unterarm: keine eindeutige Veränderung.
- Hautbarriere: Der Wasserverlust über die Haut sank an Wange und Stirn in beiden Hyaluronsäure-Gruppen.
- Fältchen um die Augen: signifikant reduziert, bereits ab dem ersten Monat.
- Elastizität und Hautdichte: Der übliche Rückgang fiel in der 120-mg-Gruppe geringer aus.
- Keine Unterschiede bei Rötung, Porengröße oder Glanz. Nebenwirkungen waren selten, mild und in allen Gruppen ähnlich häufig.
Wie ist das einzuordnen?
Die Studie ist methodisch solide aufgebaut – randomisiert, verblindet, mit Placebogruppe und vorab registriert. Es gibt jedoch wichtige Einschränkungen:
- Finanzierung: Die Studie wurde vom Hersteller Contipro finanziert und an dessen Standort durchgeführt; sechs der sieben Autorinnen und Autoren sind dort beschäftigt.
- Kurze Dauer von zwölf Wochen; die Studie lief von September bis Dezember, saisonale Einflüsse auf die Haut sind möglich.
- Es wurde keine Korrektur für die vielen getesteten Messgrößen vorgenommen.
- Untersucht wurden nur hellere Hauttypen.
- Wie die Hyaluronsäure aus dem Darm auf die Haut wirkt, ist beim Menschen noch nicht geklärt; die Erklärungsmodelle stammen vorwiegend aus Tierversuchen.
Bemerkenswert: Bei der subjektiven Selbsteinschätzung fühlten sich alle Gruppen – auch die Placebogruppe – besser hydriert.
Fazit
Die Studie liefert Hinweise, dass eingenommene Hyaluronsäure die Hautfeuchtigkeit im Gesicht moderat verbessern kann. Die Effekte sind messbar, aber begrenzt, und sollten durch unabhängige, längere Studien bestätigt werden. Sonnenschutz, Nichtrauchen und eine gute Basispflege bleiben die wirksamsten Maßnahmen für gesunde Haut.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder dermatologische Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.



Schreibe einen Kommentar