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Mittelmeerkost in der Schwangerschaft: Weniger Koliken und Ekzeme beim Baby

Tomatensalat mit Olivenöl – mediterrane Küche

Babys von Müttern, die sich in der Schwangerschaft mediterran ernährten und regelmäßig Fisch aßen, litten seltener gleichzeitig an Koliken und Ekzemen. Das zeigt eine Harvard-Studie mit über 1.300 Mutter-Kind-Paaren.

Säuglingskoliken und Neurodermitis gehören zu den häufigsten Sorgen junger Eltern. Ob die Ernährung in der Schwangerschaft dabei eine Rolle spielt, hat ein Team der Harvard T.H. Chan School of Public Health und des Boston Children’s Hospital untersucht. Die Ergebnisse erschienen am 12. Oktober 2026 in JAMA Network Open.

Daten aus der Langzeitstudie Project Viva

Ausgewertet wurden Daten von 1.324 Müttern und ihren Kindern aus der US-amerikanischen Kohorte Project Viva. Die Frauen hatten in der Schwangerschaft Fragebögen zu ihrer Ernährung ausgefüllt. Daraus berechneten die Forschenden zwei Werte: wie stark sich die Ernährung an der Mittelmeerkost orientierte und wie entzündungsfördernd sie war.

Bei den Babys trat bei rund 12 Prozent ein Ekzem allein auf, bei rund 21 Prozent eine Kolik allein und bei knapp 5 Prozent beides zusammen.

Fisch und mediterrane Ernährung im Vorteil

  • Je mediterraner die Ernährung der Mutter, desto seltener hatte das Kind Kolik und Ekzem gleichzeitig: Jeder zusätzliche Punkt auf der Mittelmeer-Skala ging mit einer um 15 Prozent geringeren Wahrscheinlichkeit einher.
  • Eine entzündungsfördernde Ernährung war dagegen mit einer um 34 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit pro Punkt verbunden.
  • Jede wöchentliche Portion Fisch oder Meeresfrüchte war mit einer um etwa 25 Prozent geringeren Wahrscheinlichkeit verknüpft.
  • Milchprodukte, Eier und Nüsse zeigten keinen Zusammenhang.

Für Ekzeme allein fand die Studie keinen Zusammenhang mit der Ernährung. Am deutlichsten waren die Effekte bei Müttern, die selbst Allergien hatten.

Einordnung der Redaktion

Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie. Sie zeigt Zusammenhänge, beweist aber nicht, dass eine Ernährungsumstellung Koliken oder Ekzeme verhindert. Zudem stammen die Daten aus den Jahren 1999 bis 2002. Die Ergebnisse passen jedoch zu den allgemeinen Empfehlungen für eine ausgewogene Ernährung in der Schwangerschaft mit Gemüse, Vollkorn, Olivenöl und Fisch. Schwangere sollten dabei quecksilberarme Fischsorten wie Lachs, Hering oder Forelle wählen und auf rohen Fisch verzichten.

Quellen

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