Medizin-Lexikon › Obstipation (Kurzdefinition)
Kurz erklärt: Von Verstopfung (Obstipation) spricht man, wenn der Stuhlgang über längere Zeit seltener als dreimal pro Woche erfolgt, sehr hart ist oder nur mit starkem Pressen und dem Gefühl unvollständiger Entleerung gelingt. Frauen und ältere Menschen sind häufiger betroffen.
Ursachen
Häufig sind ballaststoffarme Ernährung, zu wenig Flüssigkeit, Bewegungsmangel und das Unterdrücken des Stuhldrangs. Auch Medikamente wie Opioide, Eisenpräparate oder bestimmte Antidepressiva, Schilddrüsenunterfunktion, Schwangerschaft, Reizdarmsyndrom und Erkrankungen des Beckenbodens können zu Verstopfung führen.
Was hilft
Eine ballaststoffreiche Ernährung mit Vollkorn, Gemüse, Obst und Hülsenfrüchten sowie ausreichend Flüssigkeit ist die Basis. Quellmittel wie Flohsamenschalen oder Leinsamen erhöhen das Stuhlvolumen, müssen aber mit viel Wasser eingenommen werden. Regelmäßige Bewegung und feste Toilettenzeiten unterstützen die Darmtätigkeit.
Abführmittel
Reichen diese Maßnahmen nicht, sind osmotisch wirkende Mittel wie Macrogol gut untersucht und auch für die längere Anwendung geeignet. Stimulierende Abführmittel wie Bisacodyl oder Natriumpicosulfat können ebenfalls eingesetzt werden. Die Sorge, dass Abführmittel bei richtiger Anwendung den Darm abhängig machen, gilt nach heutigem Wissen als weitgehend unbegründet; die Anwendung sollte dennoch mit Apotheke oder Arztpraxis besprochen werden.
Warnzeichen
Neu auftretende Verstopfung im höheren Alter, Blut im Stuhl, ungewollter Gewichtsverlust, starke Bauchschmerzen oder der Wechsel von Verstopfung und Durchfall sollten ärztlich abgeklärt werden.
Verwandte Begriffe im Lexikon
Ballaststoffe, Flohsamen, Leinsamen, Macrogol, Laxans, Reizdarmsyndrom
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Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und Deutsche Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM): S2k-Leitlinie Chronische Obstipation
- IQWiG: gesundheitsinformation.de – Gesundheitsinformationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder apothekerliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Stand: Oktober 2026.