Medizin-Lexikon › Hyperhidrose (Kurzdefinition)
Kurz erklärt: Bei einer Hyperhidrose schwitzt man deutlich mehr, als zur Temperaturregulation nötig wäre. Besonders häufig betroffen sind Achseln, Hände, Füße und Gesicht. Die Erkrankung ist harmlos, kann den Alltag aber stark belasten.
Formen
Die primäre Hyperhidrose beginnt meist in Kindheit oder Jugend, tritt beidseitig an bestimmten Körperstellen auf und hat keine andere Erkrankung als Ursache; oft liegt eine familiäre Veranlagung vor. Die sekundäre Hyperhidrose betrifft eher den ganzen Körper und kann durch Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes, Infektionen, Wechseljahre oder Medikamente ausgelöst werden.
Antitranspirantien
Erste Wahl sind Antitranspirantien mit hochdosierten Aluminiumsalzen, die abends auf die trockene Haut aufgetragen werden und die Schweißdrüsenausgänge vorübergehend verschließen. Anfangs kann es zu Hautreizungen kommen.
Weitere Behandlungen
Bei starkem Schwitzen an Händen und Füßen ist die Leitungswasser-Iontophorese wirksam, bei der schwacher Gleichstrom durch ein Wasserbad geleitet wird. In den Achseln kann Botulinumtoxin die Schweißproduktion für mehrere Monate deutlich verringern. Daneben gibt es Tabletten, die die Schweißdrüsen hemmen, aber Mundtrockenheit verursachen können, sowie operative Verfahren als letzte Option.
Alltagstipps
Atmungsaktive Kleidung aus Naturfasern oder Funktionsmaterial, Schuhe aus Leder, Socken- und Schuhwechsel sowie der maßvolle Umgang mit scharfen Speisen, Alkohol und Koffein können helfen. Plötzlich auftretendes starkes Schwitzen, vor allem nachts mit Fieber oder Gewichtsverlust, sollte ärztlich abgeklärt werden.
Verwandte Begriffe im Lexikon
Schweißdrüsen, Botulinumtoxin, Salbei, Hyperthyreose
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Quellen
- Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG): S1-Leitlinie Definition und Therapie der primären Hyperhidrose
- IQWiG: gesundheitsinformation.de – Gesundheitsinformationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder apothekerliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Stand: Oktober 2026.