Schilddrüsenunterfunktion: Symptome und Behandlung

Medizin-Lexikon › Hypothyreose (Kurzdefinition)

Kurz erklärt: Bei einer Hypothyreose bildet die Schilddrüse zu wenig der Hormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). Da diese Hormone den Stoffwechsel vieler Organe antreiben, verlangsamen sich zahlreiche Körperfunktionen.

Ursachen

Häufigste Ursache in Deutschland ist die Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis. Weitere Ursachen sind eine Schilddrüsenoperation oder Radiojodtherapie, ausgeprägter Jodmangel, bestimmte Medikamente wie Amiodaron oder Lithium sowie angeborene Störungen, die über das Neugeborenenscreening erkannt werden.

Beschwerden

Typisch sind Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Kälteempfindlichkeit, Gewichtszunahme, Verstopfung, trockene Haut, Haarausfall, Konzentrationsstörungen und depressive Verstimmungen. Die Beschwerden entwickeln sich oft schleichend und sind unspezifisch.

Diagnose

Wichtigster Suchtest ist der TSH-Wert: Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse ist er erhöht. Ergänzend werden freies Thyroxin (fT4) und Antikörper wie TPO-Antikörper bestimmt; ein Ultraschall zeigt die Struktur der Schilddrüse. Bei leicht erhöhtem TSH mit normalem fT4 spricht man von latenter Hypothyreose, die nicht immer behandelt werden muss.

Behandlung

Die fehlenden Hormone werden mit Levothyroxin ersetzt, das morgens nüchtern etwa 30 Minuten vor dem Frühstück eingenommen wird. Die Dosis wird anhand des TSH-Werts schrittweise angepasst; die Behandlung ist meist lebenslang. Kaffee, Calcium-, Eisenpräparate und manche Medikamente können die Aufnahme stören. In der Schwangerschaft ist eine engmaschige Kontrolle besonders wichtig.

Verwandte Begriffe im Lexikon

Schilddrüse, TSH, Freies Thyroxin, Hashimoto-Thyreoiditis, TPO-Antikörper, Levothyroxin, Jodmangel, Hyperthyreose

Quellen

  • Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM): S2k-Leitlinie Erhöhter TSH-Wert in der Hausarztpraxis
  • IQWiG: gesundheitsinformation.de – Gesundheitsinformationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder apothekerliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Stand: Oktober 2026.