Wer 40, 60 oder mehr Kilogramm abgenommen hat – etwa nach einer Magenbypass- oder Schlauchmagen-Operation –, hat gesundheitlich viel gewonnen. Häufig bleibt jedoch ein Problem zurück: Die Haut hat ihre Elastizität verloren und bildet schlaffe Falten. Die postbariatrische Chirurgie umfasst die plastisch-chirurgischen Eingriffe, mit denen diese Hautüberschüsse entfernt und die Körperkontur wiederhergestellt werden.
Mehr als ein ästhetisches Problem
Überschüssige Hautfalten sind für viele Betroffene nicht nur ein optisches Thema. Häufige Beschwerden sind:
- wunde, entzündete Haut in den Hautfalten (Intertrigo), oft mit Pilz- oder bakteriellen Infektionen,
- Scheuern und Schmerzen beim Gehen, etwa an den Innenseiten der Oberschenkel,
- Einschränkungen bei Sport, Hygiene und Kleidung,
- psychische Belastung, weil das Körperbild trotz Gewichtsverlust nicht dem Erfolg entspricht.
Die wichtigsten Eingriffe
- Bauchdeckenstraffung (Abdominoplastik, Fettschürzenresektion): Entfernung des Haut- und Fettüberschusses am Unterbauch, häufig mit Straffung der Bauchmuskulatur. Bei ausgeprägten Befunden kann eine zirkuläre Straffung (Body Lift) sinnvoll sein, die auch Flanken und Gesäß einbezieht.
- Oberarmstraffung (Brachioplastik): Entfernung der überschüssigen Haut an der Innenseite der Oberarme. Die Narbe verläuft meist an der Innenseite und ist im Alltag wenig sichtbar.
- Oberschenkelstraffung: Straffung der Oberschenkelinnenseiten, je nach Befund mit Schnittführung in der Leiste oder entlang der Innenseite.
- Bruststraffung bzw. Brustformung: Bei Frauen wird die erschlaffte Brust angehoben und neu geformt, bei Männern überschüssiges Gewebe der Brust entfernt.
- Gesichts- und Halsstraffung: In ausgewählten Fällen, wenn auch hier deutliche Hautüberschüsse entstanden sind.
Meist werden die Eingriffe in mehreren Schritten im Abstand von einigen Monaten geplant, um das Operationsrisiko zu begrenzen.
Der richtige Zeitpunkt
Voraussetzung ist ein stabiles Gewicht über mindestens sechs bis zwölf Monate. Nach bariatrischen Operationen wird in der Regel empfohlen, etwa 12 bis 18 Monate nach dem Eingriff abzuwarten. Wichtig sind außerdem eine gute Versorgung mit Eiweiß, Eisen und Vitaminen, ein Verzicht auf das Rauchen und gut eingestellte Begleiterkrankungen – denn Mangelzustände und Nikotin erhöhen das Risiko für Wundheilungsstörungen deutlich.
Risiken
Es handelt sich um große Operationen mit langen Narben. Mögliche Komplikationen sind Wundheilungsstörungen, Serome (Flüssigkeitsansammlungen), Infektionen, Blutergüsse, Thrombosen sowie auffällige oder verbreiterte Narben. Eine sorgfältige Planung, Thromboseprophylaxe und eine konsequente Nachsorge mit Kompressionswäsche senken das Risiko.
Kostenübernahme
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten nur, wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht – etwa bei wiederkehrenden, ärztlich dokumentierten Hautentzündungen in den Falten, die sich konservativ nicht beherrschen lassen. Rein ästhetische Korrekturen sind Selbstzahlerleistungen. Ein Antrag sollte vor der Operation mit Fotos und ärztlichen Befunden gestellt werden.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Lassen Sie sich von einer Fachärztin oder einem Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie beraten.



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