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Morbus Paget: Knochenerkrankung und Paget-Karzinom der Brust – zwei verschiedene Krankheiten

Gewebeprobe wird am Mikroskop untersucht

Der britische Chirurg Sir James Paget hat im 19. Jahrhundert gleich mehrere Krankheitsbilder beschrieben. Zwei davon tragen bis heute seinen Namen – und werden oft verwechselt: der Morbus Paget des Knochens und das Paget-Karzinom der Brustwarze. Medizinisch haben beide nichts miteinander zu tun.

Morbus Paget des Knochens (Osteodystrophia deformans)

Beim Morbus Paget des Knochens ist der natürliche Knochenumbau gestört. Zunächst bauen die knochenabbauenden Zellen (Osteoklasten) übermäßig viel Knochen ab, anschließend wird ungeordnet neuer Knochen gebildet. Der neue Knochen ist zwar dicker, aber weniger stabil – er kann sich verformen und leichter brechen.

  • Wer ist betroffen? Überwiegend Menschen über 50 Jahre, Männer etwas häufiger als Frauen. In manchen Familien tritt die Erkrankung gehäuft auf.
  • Wo? Häufig Becken, Wirbelsäule, Oberschenkel, Unterschenkel und Schädel – oft nur ein oder wenige Knochen.
  • Beschwerden: Viele Betroffene haben keine Symptome; die Erkrankung fällt dann zufällig im Röntgenbild oder durch eine erhöhte alkalische Phosphatase im Blut auf. Mögliche Beschwerden sind Knochenschmerzen, Überwärmung, Verformungen (z. B. Verbiegung des Unterschenkels), Knochenbrüche, Arthrose benachbarter Gelenke und – bei Befall des Schädels – Hörminderung.
  • Ursache: Nicht vollständig geklärt. Genetische Faktoren spielen eine Rolle; diskutiert werden auch Umweltfaktoren.
  • Behandlung: Bei Beschwerden oder aktivem Befall in Risikoregionen werden Bisphosphonate eingesetzt, die den überaktiven Knochenabbau bremsen. Dazu kommen Schmerztherapie, Physiotherapie und bei Komplikationen gegebenenfalls Operationen.

Paget-Karzinom der Brust (Morbus Paget der Mamille)

Das Paget-Karzinom ist eine seltene Form von Brustkrebs, die sich an der Haut von Brustwarze und Warzenhof zeigt. Es macht nur einen kleinen Anteil aller Brustkrebserkrankungen aus und betrifft fast ausschließlich Frauen, sehr selten auch Männer.

  • Typische Zeichen: Eine meist einseitige, gerötete, schuppende oder nässende Veränderung an der Brustwarze, oft mit Juckreiz oder Brennen. Sie kann wie ein Ekzem aussehen. Später können Krusten, Blutungen oder eine eingezogene Brustwarze hinzukommen.
  • Zusammenhang mit Brustkrebs: In den meisten Fällen findet sich in der Brust zusätzlich eine Krebsvorstufe (duktales Carcinoma in situ) oder ein invasiver Brustkrebs.
  • Diagnose: Gewebeprobe (Biopsie) der Hautveränderung sowie Mammographie, Ultraschall und gegebenenfalls MRT der Brust.
  • Behandlung: Je nach Befund brusterhaltende Operation mit Entfernung von Brustwarze und Warzenhof plus Bestrahlung oder eine Mastektomie, ergänzt durch die Therapie eines zugrunde liegenden Brustkrebses. Eine spätere Rekonstruktion der Brustwarze ist möglich.

Wichtig für den Alltag

Eine einseitige „ekzemartige“ Veränderung an der Brustwarze, die nach zwei bis drei Wochen Behandlung mit Pflege- oder Kortisoncreme nicht abheilt, sollte immer ärztlich – am besten gynäkologisch oder dermatologisch – abgeklärt werden. Beim Morbus Paget des Knochens sind neu auftretende Knochenschmerzen, Überwärmung oder Verformungen ein Grund für eine Untersuchung.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Quellen und weiterführende Informationen

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