Medizin-Lexikon › Mammaaugmentation (Kurzdefinition)
Kurz erklärt: Bei einer Brustvergrößerung (Mammaaugmentation) wird das Brustvolumen operativ vergrößert, meist mit Silikonimplantaten, seltener mit Eigenfett. Es handelt sich um einen Eingriff ohne medizinische Notwendigkeit, wenn er rein ästhetisch erfolgt, mit den üblichen Risiken einer Operation.
Welche Methoden gibt es?
Am häufigsten werden Implantate mit einer Hülle aus Silikon und einer Füllung aus kohäsivem Silikongel verwendet, seltener Implantate mit Kochsalzlösung. Sie unterscheiden sich in Form (rund oder anatomisch), Größe, Profil und Oberfläche. Alternativ kann eigenes Fett aus einer Fettabsaugung in die Brust übertragen werden (Lipofilling). Damit ist nur eine moderate Vergrößerung möglich, und ein Teil des Fetts wird wieder abgebaut.
Ablauf der Operation
Der Eingriff erfolgt meist in Vollnarkose. Der Schnitt liegt in der Unterbrustfalte, am Rand des Warzenhofs oder in der Achsel. Das Implantat wird entweder hinter die Brustdrüse oder ganz bzw. teilweise hinter den großen Brustmuskel gelegt. Welche Kombination passt, hängt von Gewebedicke, Brustform und Wunschergebnis ab und sollte im Vorgespräch ausführlich besprochen werden.
Heilung und Nachsorge
In den ersten Wochen sind Schwellungen, Spannungsgefühl und Schmerzen üblich; meist wird ein spezieller BH getragen und körperliche Belastung eingeschränkt. Das endgültige Ergebnis zeigt sich nach einigen Monaten. Implantate halten nicht lebenslang: Viele Frauen benötigen im Lauf der Jahre einen Wechsel oder eine Korrektur. Regelmäßige Kontrollen und Hinweise auf die Implantate bei Mammographie und Ultraschall sind wichtig. In Deutschland werden Brustimplantate im Implantateregister erfasst; Patientinnen erhalten einen Implantatpass.
Mögliche Komplikationen
- Kapselfibrose: Verhärtung der Bindegewebskapsel um das Implantat mit Formveränderung und Schmerzen; häufigste langfristige Komplikation.
- Nachblutung, Infektion, Wundheilungsstörung in den ersten Tagen und Wochen.
- Gefühlsstörungen an Brustwarze oder Haut, meist vorübergehend.
- Implantatdefekt, Verrutschen oder Faltenbildung, sichtbare Asymmetrie.
- BIA-ALCL: seltenes Lymphom der Kapsel, überwiegend bei texturierten Implantaten; typisches Warnzeichen ist eine späte, einseitige Schwellung durch Flüssigkeit.
- Manche Frauen berichten über unspezifische Allgemeinbeschwerden, die als „Breast Implant Illness“ bezeichnet werden; ein ursächlicher Zusammenhang ist wissenschaftlich nicht belegt, wird aber weiter untersucht.
Wichtig vor der Entscheidung
Vor einem rein ästhetischen Eingriff sollte genug Bedenkzeit bleiben. Sinnvoll sind eine Beratung bei Fachärztinnen oder Fachärzten für Plastische und Ästhetische Chirurgie, eine schriftliche Aufklärung über Risiken, Folgeoperationen und Kosten sowie eine realistische Vorstellung vom Ergebnis. Stillen ist nach einer Brustvergrößerung oft möglich, aber nicht garantiert. Kosten und Folgekosten rein ästhetischer Operationen tragen in der Regel die Patientinnen selbst.
Verwandte Begriffe im Lexikon
Mammaaugmentation, Kapselfibrose, BIA-ALCL, Lipofilling, Mastopexie, Brustverkleinerung, Brustimplantatwechsel, Mammographie
Quellen
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Informationen zu Brustimplantaten und BIA-ALCL
- Implantateregister Deutschland (Bundesministerium für Gesundheit): Informationen für Patientinnen und Patienten
- U.S. Food and Drug Administration (FDA): Breast Implants – Risks and Complications
- Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC): Patienteninformationen
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche, zahnärztliche oder apothekerliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Stand: Oktober 2026.