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Hunde als Vorreiter: Erstes Langlebigkeits-Medikament und Gentherapien für ältere Hunde

Älterer Hund mit grauer Schnauze

Das erste zugelassene Medikament mit dem Ziel, die Lebensspanne zu verlängern, könnte für Hunde kommen – nicht für Menschen. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat im Januar 2026 die Sicherheitsdaten zu LOY-002 akzeptiert. Gleichzeitig entwickeln Firmen Gentherapien gegen typische Alterserkrankungen von Hunden.

LOY-002: eine Tablette für Hunde ab zehn Jahren

Das Unternehmen Loyal aus San Francisco entwickelt LOY-002, eine täglich einzunehmende Tablette für ältere Hunde ab zehn Jahren und mindestens 14 Pfund (rund 6,4 kg) Körpergewicht. Sie soll altersbedingte Veränderungen des Stoffwechsels bremsen, insbesondere die nachlassende Insulinempfindlichkeit, die das Risiko für zahlreiche Erkrankungen erhöht.

  • Sicherheit: Das Center for Veterinary Medicine der FDA hat den Abschnitt zur Sicherheit im Zieltier akzeptiert. Das ist noch keine Zulassung, bedeutet aber, dass die Behörde das Präparat unter den beantragten Bedingungen als sicher einschätzt.
  • Wirksamkeit: Bereits zuvor hatte die FDA bestätigt, dass eine „begründete Erwartung der Wirksamkeit“ besteht.
  • Nächste Schritte: Es fehlen noch die Prüfung der Herstellung und der Antrag auf eine erweiterte bedingte Zulassung, den Loyal für 2027 anstrebt.
  • Große Studie: Die STAY-Studie schließt 1.300 Hunde in 70 Tierarztpraxen ein; mehr als 400 Hunde mit LOY-002 wurden bereits ausgewertet.

Gentherapie für Hunde: Rejuvenate Bio

Das aus dem Wyss Institute der Harvard University hervorgegangene Unternehmen Rejuvenate Bio hat im Juni 2026 sechs Millionen US-Dollar eingeworben und eine Forschungskooperation mit Merck Animal Health geschlossen. In der Entwicklung sind unter anderem:

  • RJB-01: eine AAV-Gentherapie gegen die degenerative Mitralklappenerkrankung, die häufigste Herzerkrankung älterer Hunde. In Pilotdaten zeigte sie eine anhaltende Genexpression und ein günstiges Sicherheitsprofil.
  • RJB-0402: eine Gentherapie für die Leber, die das Stoffwechselhormon FGF21 freisetzt. Dasselbe Hormon verlängerte in einer aktuellen Studie das Leben alter Mäuse um rund 20 Prozent.

Warum Hunde?

Hunde teilen unseren Lebensraum, erkranken an ähnlichen Alterskrankheiten und leben deutlich kürzer – Studien liefern daher schneller Ergebnisse. Zudem ist die Zulassung für Tierarzneimittel anders geregelt. Für die Humanmedizin könnten die Erfahrungen wertvoll sein: Ein Wirkstoff, der bei Hunden nachweislich gesunde Lebensjahre bringt, wäre ein starkes Argument, „Altern“ als Ziel klinischer Studien ernster zu nehmen.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. LOY-002 ist noch nicht zugelassen; Fragen zur Gesundheit Ihres Hundes klären Sie bitte mit Ihrer Tierarztpraxis.

Quellen

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