Aknenarben, Unfallnarben oder gerötete Operationsnarben lassen sich mit modernen Lasern oft deutlich glätten und angleichen. Ganz verschwinden werden sie allerdings nicht. Welche Lasertypen es gibt, wann welcher sinnvoll ist, wie viele Sitzungen realistisch sind und worauf Menschen mit dunklerer Haut achten sollten, erfahren Sie hier.
Welche Narben für eine Laserbehandlung infrage kommen
Narben unterscheiden sich stark, und davon hängt die Wahl der Behandlung ab. Nach Akne entstehen überwiegend eingesunkene, sogenannte atrophe Narben. Fachleute unterscheiden schmale, tiefe Eispickelnarben, kastenförmige Narben mit steilen Rändern und wellige Narben, die durch Bindegewebsstränge in die Tiefe gezogen werden. Daneben gibt es erhabene Narben: hypertrophe Narben, die auf das ursprüngliche Wundgebiet begrenzt bleiben, etwa nach Verbrennungen oder Operationen, und Keloide, die über die Wundränder hinauswachsen. Viele frische Narben sind außerdem gerötet. Laser sind vor allem bei atrophen Aknenarben, bei hypertrophen Narben und bei geröteten Narben sinnvoll. Aktive Keloide werden nach der deutschen Narben-Leitlinie nicht mit ablativen fraktionierten Lasern behandelt; hier stehen andere Verfahren im Vordergrund.
Die Lasertypen: ablativ, nicht-ablativ und Farbstofflaser
Fraktionierte ablative Laser: CO2-Laser und Er:YAG-Laser tragen in einem feinen Raster winzige Gewebesäulen ab, während die Haut dazwischen intakt bleibt. Von diesen gesunden Inseln aus heilt die Haut schnell, und in der Tiefe wird neues Kollagen gebildet, das eingesunkene Narben anhebt und harte Narben weicher macht. Der CO2-Laser erzeugt mehr Wärme und wirkt tiefer, der Er:YAG-Laser trägt präziser ab und erwärmt weniger. Nach der Behandlung ist die Haut einige Tage gerötet, geschwollen und verkrustet; eine Rötung kann mehrere Wochen bestehen bleiben.
Fraktionierte nicht-ablative Laser: Sie erhitzen feine Säulen in der Tiefe, ohne die Oberfläche zu eröffnen. Die Ausfallzeit ist kurz, meist mit Rötung und Schwellung für ein bis wenige Tage. Dafür ist die Wirkung pro Sitzung geringer, sodass in der Regel mehr Sitzungen nötig sind. Sie werden häufig bei leichteren Aknenarben und bei dunklerer Haut gewählt.
Farbstofflaser: Der gepulste Farbstofflaser zielt auf den roten Blutfarbstoff in kleinen Gefäßen. Er eignet sich vor allem für frische, gerötete und erhabene Narben, deren Farbe und Dicke er verringern kann. Die Leitlinie nennt dafür mindestens zwei Behandlungen im Abstand von einigen Wochen. Typisch sind vorübergehende blaurote Flecken (Purpura) für bis zu etwa zwei Wochen.
| Lasertyp | Geeignet für | Ausfallzeit | Typische Anzahl Sitzungen |
|---|---|---|---|
| Fraktioniert ablativ (CO2, Er:YAG) | tiefere Aknenarben, harte hypertrophe Narben | etwa eine Woche, Rötung länger | mehrere, oft weniger als bei nicht-ablativ |
| Fraktioniert nicht-ablativ | leichte bis mittlere Aknenarben | ein bis wenige Tage | mehrere, meist eine längere Serie |
| Farbstofflaser | gerötete, frische, erhabene Narben | Purpura bis etwa zwei Wochen | mindestens zwei |
Kombinationen, Zeitpunkt und Anzahl der Sitzungen
Bei Aknenarben bringt eine Kombination mehrerer Verfahren laut einer systematischen Übersicht meist bessere Ergebnisse als eine einzelne Methode. Wellige Narben, die durch Stränge in die Tiefe gezogen werden, werden oft zunächst durch eine Subzision gelöst: Mit einer feinen Nadel werden die Stränge unter der Haut durchtrennt. Schmale, tiefe Eispickelnarben sprechen auf Laser allein schlecht an; hier kommen punktuelle chemische Behandlungen oder kleine Ausstanzungen infrage. Microneedling und Laser können ergänzend oder abwechselnd eingesetzt werden. Bei hypertrophen Narben lassen sich über die feinen Laserkanäle zusätzlich Wirkstoffe wie Kortison in die Narbe einbringen.
Zum Zeitpunkt gilt: Die Akne selbst sollte möglichst zur Ruhe gekommen sein, weil neue Entzündungen neue Narben verursachen. Nach einer Behandlung mit Isotretinoin wurde früher pauschal eine Wartezeit von mehreren Monaten empfohlen. Eine Konsensus-Empfehlung amerikanischer Fachleute sieht für fraktionierte Laser keine ausreichende Begründung mehr für eine solche Pause; nur vollflächig abtragende Behandlungen sollen weiterhin erst etwa sechs Monate nach Therapieende erfolgen. Das wird individuell entschieden. Bei Operations- und Unfallnarben kann eine frühe Laserbehandlung in den ersten Wochen bis Monaten nach der Wundheilung das Ergebnis verbessern. Für hypertrophe Narben nennt die Leitlinie eine Serie von mindestens sechs Sitzungen im Abstand von etwa vier Wochen. Bei Aknenarben sind je nach Verfahren und Ausgangsbefund ebenfalls mehrere Sitzungen über Monate üblich; der Kollagenumbau braucht Zeit, das Endergebnis zeigt sich oft erst nach einem halben Jahr oder später.
Risiken und Nebenwirkungen
- Pigmentverschiebungen: Besonders bei dunklerer Haut können nach der Behandlung dunkle Flecken entstehen, die meist über Monate verblassen. Seltener und mitunter dauerhaft sind helle Flecken, eher nach CO2-Behandlung. Schonende Einstellungen, Vorbehandlung der Haut und konsequenter Sonnenschutz senken das Risiko.
- Infektionen: Nach ablativer Behandlung ist die Haut vorübergehend offen; bakterielle Infektionen sind möglich.
- Herpes: Bei Behandlung im Gesicht kann ein Lippenherpes wieder aufflammen. Bei ablativen Verfahren im Mundbereich wird deshalb häufig vorbeugend ein antivirales Medikament gegeben.
- Weitere: lang anhaltende Rötung, Akneschub, kleine weiße Hautgrieß-Knötchen und sehr selten neue Narben, vor allem bei zu aggressiver Behandlung.
Realistische Erwartungen
Laser können Narben flacher, weicher und farblich unauffälliger machen. Studien beschreiben bei vielen Behandelten eine deutliche Verbesserung, doch die Ausprägung ist sehr unterschiedlich, und die Qualität vieler Studien ist begrenzt. Eine Narbe lässt sich nicht in normale Haut zurückverwandeln. Ein gutes Aufklärungsgespräch klärt, welche Narbenart vorliegt, welches Verfahren oder welche Kombination passt, wie lange die Ausfallzeit ist und welches Ergebnis realistisch erscheint. Lassen Sie sich Zeit für die Entscheidung und achten Sie auf ärztliche Erfahrung mit Ihrem Hauttyp.
Häufige Fragen
Kann man Aknenarben mit Laser komplett entfernen?
Nein. Laser können Aknenarben oft deutlich verbessern, eine vollständige Entfernung ist aber nicht realistisch. Das Ausmaß der Verbesserung hängt von Narbenart, Tiefe und Hauttyp ab.
Welcher Laser ist am besten gegen Aknenarben?
Es gibt nicht den einen besten Laser. Ablative fraktionierte Laser wirken stärker, nicht-ablative sind schonender. Häufig bringt eine Kombination mit Subzision oder Microneedling das beste Ergebnis.
Wie viele Sitzungen braucht man bei Aknenarben?
Meist mehrere im Abstand von einigen Wochen. Bei nicht-ablativen Lasern sind in der Regel mehr Sitzungen nötig als bei ablativen. Das Endergebnis zeigt sich oft erst Monate nach der letzten Behandlung.
Ist eine Laserbehandlung von Narben bei dunkler Haut möglich?
Ja, aber mit besonderer Vorsicht. Das Risiko für dunkle Flecken ist höher. Häufig werden schonendere, nicht-ablative Einstellungen gewählt, und Sonnenschutz ist besonders wichtig.
Wann darf man nach Isotretinoin lasern?
Früher wurde eine längere Pause empfohlen. Nach einer Konsensus-Empfehlung ist bei fraktionierten Lasern keine Wartezeit zwingend begründet, vollflächig ablative Behandlungen sollten aber etwa sechs Monate warten. Die Entscheidung trifft die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt individuell.
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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Er ist keine Werbung für bestimmte Behandlungen oder Anbieter.
Quellen
- Deutsche Dermatologische Gesellschaft u. a.: S2k-Leitlinie Therapie pathologischer Narben (hypertrophe Narben und Keloide), AWMF-Register 013-030, Stand 2020
- Acne Scarring Management: Systematic Review and Evaluation of the Evidence. Am J Clin Dermatol 2018;19(4):459–477
- Spring LK et al.: Isotretinoin and Timing of Procedural Interventions – A Systematic Review With Consensus Recommendations. JAMA Dermatol 2017;153(8):802–809