Anwendungsgebiete und Prinzipien der Laserbehandlung in der ästhetischen Chirurgie

Die Prinzipien der Laserphysik basieren auf Einsteins Hypothesen von 1917 und gelten heute noch unverändert. Der Begriff LASER ist die Abkürzung für »Light Amplification by the Stimulated Emission of Radiation

Laserlicht entspricht im Gegensatz zum sichtbaren Licht nur einer bestimmten Wellenlänge mit genau einer Richtung. Dabei haben unterschiedliche Wellenlängen von Laserlicht unterschiedliche Effekte, wenn sie auf das Gewebe treffen.

Es kann sich bei Laserlicht um sichtbares oder auch um nicht sichtbares Licht handeln. Das Wellenlängenspektrum von Laserstrahlung reicht vom infraroten bis in den ultravioletten Bereich hinein. Die Energie von Laserlicht wird in Watt ([W], Energie pro Zeiteinheit, Joule pro Sekunde [J/s]) angegeben: W=J/s

Die Effektivität des Laserlichtes ist direkt von der Leistung [W] abhängig. Des Weiteren ist die Bündelung von Laserlicht somit der Strahlung entscheidend. Beispielsweise können die Lichtstrahlen mit einer Lupe so gebündelt werden, dass sich die Energie pro Flächeneinheit exponentiell erhöht und z.B. Papier entflammen kann.

Zusätzlich sind die Einwirkzeit des Laserlichtes, die Wiederholung der Laserstrahlung und die Abstände zwischen den Laser-Peaks ausschlaggebend für die Wirkung auf das Gewebe. Bei der Laserbehandlung sind für den Arzt und den Anwender im medizinischen Bereich fundierte Kenntnisse zu den einzelnen Lasertypen Voraussetzung, um Komplikationen und unerwünschte Nebenwirkungen des Lasers zu vermeiden.

Embed from Getty Images

 

Die Wirkung von Laserlicht auf das Gewebe

Licht beeinflusst Gewebe auf vielfältige Art und Weise. Beispielsweise führt die Farbe und die Qualität des Gewebes dazu, dass eine bestimmte Wellenlänge reflektiert wird. Die Qualität und die Eigenschaften des Gewebes können für die Aufnahme- und Speicherfähigkeit von Energie verantwortlich sein. Rotes Gewebe, z.B. Blut, reflektiert den roten Wellenbereich des sichtbaren Lichtes und absorbiert den Rest.

Die Eigenschaften des Laserlichtes werden durch seine charakteristische Wellenlänge bestimmt. Um einen bestimmten Effekt an einem definierten Gewebe zu erzielen, muss eine bestimmte Wellenlänge gewählt werden. Dabei bestimmt die Wellenlänge auch die Eindringtiefe im Gewebe, in dem eine Absorption stattfindet.

Für die erwünschte Wirkung an einem bestimmten Körperareal ist die Wahl der Wellenlänge und damit die Wahl des geeigneten Lasers entscheidend. Unter diesen Voraussetzungen wurden verschiedene Laser entwickelt, die verschiedene Wellenlängen besitzen und damit für verschiedene Anwendungsgebiete geeignet sind. Beispielsweise ist zur Zerstörung von Blutgefäßen (z.B. Hämangiome) eine Wellenlänge erforderlich, die die Hautoberfläche nicht verletzt und die ihre Wechselwirkung, also die Energieentfaltung, am roten Blutfarbstoff erzeugt.


 

Verjüngung des Gesichtes mit IPL – Intense Puls Light – System

IPL System kennzeichnet sich durch ein Spektrum mehrerer Wellenlängen. Im Gegensatz besteht ein einfacher Laserstrahl aus zum monochromatischem Licht einer Wellenlänge. In der Regel werden IPL-Systeme mit einem Wellenlängenbereich zwischen 500 und 1200 nm benutzt. Durch spezielle Filtersysteme kann das IPL-System bestimmten Wellenbereiche zur Verfügung stellen, um einen spezifischen Effekt zu erzielen.

Die Indikation für die IPL Resurfacing ist bei jüngeren Patienten gegeben. Die sanfte Behandlung ermöglicht die Therapie auch wenn keine berufliche Ausfallzeit möglich ist. Das IPL Resurfacing ist für die Behandlung der tieferen Gesichtsfalten nicht geeignet. Auf die zu hohen Erwartungen der Patienten müssen beim Aufklärungsgespräch eingegangen werden.

  • Sonnenschäden der Haut
  • Rosazeae
  • Kleine Fältchen
  • Grobporige Haut
  • Dunkle Augenringe
  • Beruflich/öffentlich aktive Patienten
  • Sanfte Therapie
  • Ängstliche Patienten

Anwendung

Mindestens 3–6 Sitzungen sollten eingeplant werden. In einem Jahr nicht mehr als 3 Sitzungen durchführen. Sehr gutes Langzeitergebnis durch Kombination der IPL-Rejuvenation und des ablativen Laser-Resurfacing.

Komplikationen

Keine bekannt.

 


Embed from Getty Images

Laserbehandlung der vaskulären Läsionen

Vor der Behandlung vaskulärer Läsionen ist die Diagnosesicherung, um welche Art vaskulärer Läsion es sich handelt, sehr wichtig. Einfach zu behandeln sind die Teleangiektasien und die typischen Besenreiser.

Bei Kindern muss eine gründliche Diagnostik zur Unterscheidung zwischen Hämangiomen und vaskulären Malformationen durchgeführt werden. Letztere unterteilen sich nochmals in venös, arteriovenös, lymphatisch und gemischte Malformationen. Hämangiome treten in der Regel erst im 1. Lebensjahr auf und sind durch eine Größenzunahme gekennzeichnet. Sie sind die häufigsten Tumoren im Kindesalter. Es besteht dabei eine hohe Inzidenz an spontanen Remissionen. Vaskuläre Malformationen bestehen von Geburt an, wachsen nicht und sind wesentlich seltener. Die Kernspintomographie kann die Diagnose meist mit hoher Verlässlichkeit eingrenzen.

Hautläsion                                                           Angewandtes Lasersystem

Besenreiser (>0,5 mm)______________           Nd:YAG: größere Gefäßdurchmesser
Teleangiektasien__________________              IPL: kleinere Gefäßdurchmesser
Hämangiome____________________                Pulsed Dye Laser (PDL)
Naevus flammeus_________________             Abhängig vom Gefäßmuster
Venöse Malformationen_____________         Nd:YAG

Im Rahmen der Aufklärung muss auf die Notwendigkeit mehrerer Sitzungen eingegangen werden. Zur Verträglichkeitsprüfung kann ein Probeschuss mit 4-wöchiger Nachbeobachtung durchgeführt werden.

Komplikationen

Bei korrekter Indikation und in erfahrenen Händen sind Komplikationen nicht zu erwarten.

 


Laserbehandlung der pigmentierten Hautläsionen

Bevor eine Laserbehandlung geplant wird, sollen die pigmentierten Hautläsionen hinsichtlich Malignitätsverdacht dermatologisch untersucht werden. Dysplastische Läsionen gehören zur histo-pathologischen Untersuchung chirurgisch exzidiert.

In Abhängigkeit des Hauttyps des Patienten, der Intensität und Tiefe der Läsion – dies gilt insbesondere für Tattoos–, sind das Lasersystem und die Energie auszuwählen. Die Patienten mit intensiv pigmentierten Läsionen und Tattoos sollen über Residuen der Fehlpigmentierungen und über die Notwendigkeit von mehreren Lasersitzungen aufgeklärt werden.

Indikationen

  • Lentigo solaris
  • Café-au-lait-Flecken
  • Melasma
  • Nävus Ota
  • Tattoos

Pigmentierte Läsion                                                         Lasersystem

Tattoo: blau, schwarz, grün_______________Q-switched Ruby: schwächer als Nd:YAG

Tattoo: rot, schwarz____________________Q-switched-Nd:YAG Q-switched Alexandrite

Kontraindikationen

  • Dysplastische Läsionen
  • Mischfarben-Tattoos bei Ergebnisunsicherheit

Komplikationen

  • Narben bei zu hoher Energie.
  • Residuen der Fehlpigmentierung/des Tattoos
  • Umschlag der Tattoo-Farbe bei Mehrfarben-Tattoos wegen der Eliminierung nur eines bestimmten Pigmentes

Embed from Getty Images

 

Haarentfernung

Mittels Laserbehandlung kann die unerwünschte Behaarung an jeder Körperstelle entfernt werden. Die Behandlung bedarf eines umfassenden Aufklärungsgespräches. Je nach Behandlungsareal und Dichte sind zwischen 6 und 10 Behandlungen erforderlich. Bei größeren Behandlungsintervallen erstrecken sich die Sitzungen je nach Befund ggf. über Jahre. Die Patientenzufriedenheit hängt unmittelbar von den Erwartungen und diese wiederum von der schonungslosen Aufklärung ab.

Der beste Zeitpunkt der Behandlung ist dann, wenn die Haarwurzel am größten ist: die anagene Phase (frühe Wachstumsphase). Meistens wird nach den ersten Behandlungen eine Synchronisierung des Haarwachstums. Zu diesem Zeitpunkt entsteht sogar ein dichterer Haarwuchs. Die anschließenden Behandlungen sind dann aber sehr effektiv. Die Wachstumsphasen der Haare sind abhängig von der Lokalisation.

Auch bei der Haarentfernung ist der Hauttyp für die Behandlung wichtig. Dunklere Haut (Fitzpatrick IV–VI) sollte zur Schonung der Haut und Melanozyten niederenergen mit kürzeren Impulsen (100 ms) behandelt werden. Hiernach soll eine Nachbehandlung der Haut mit einer kortisonhaltigen Salbe erfolgen.

Eine Kontraindikation zur Behandlung stellt frische Hautbräune dar. Hierbei können Verbrennungen und Blasenbildungen an der Epidermis-Dermis-Grenze entstehen.

Ein Effekt der Behandlung ist nur bei dunklem Pigment, also dunklem Haar, zu erwarten.

Behandlungsplanung

Alle 4 Wochen sind Behandlungen möglich. Die Intervalle können verlängert werden. Patienten werden nur rasiert behandelt – Laserbeschädigung durch unrasierte Behandlungszonen– keine frische Wachsrasur.

  • Bei starker Behaarung ist Antibiotikaprophylaxe zu empfehlen
  • Spotsize soll für die tiefere Eindringtiefe großzügig gewählt werden.
  • Je höher die Energie, desto mehr Kühlung erforderlich; immer Kühlgel anwenden.
  • Immer 4-wöchige Verträglichkeit abwarten.

Lasersysteme

  • Nd:YAG (Q-switched)
  • IPL
  • Long pulse Ruby
  • Long pulse Alexandrite

Komplikationen

Der Effekt tritt nicht unmittelbar ein. Bei sachgemäßer Anwendung: keine Komplikationen.